Hexen haben immer Schabernack im Sinn. Foto: Eibner-Pressefoto
Beim 19. Ehninger Karneval- und Fasnetsumzug herrscht beste Stimmung. Hexen und Deifel treiben es recht bunt. Die Zuschauer lassen sich die Späße gern gefallen.
Wolfgang Berger
01.02.2026 - 17:35 Uhr
Wer ist die schrecklichste Hexe im Land? In einem solchen Wettbewerb beim Ehninger Karneval- und Fasnetsumzug am Sonntagnachmittag eine Siegerin auszumachen, ist kein leichtes Unterfangen. Gleich mehrere Anwärterinnen drängen sich hier auf. Ganz vorne dabei sind da die Renninger Schdoibruch-Hexa, deren verzerrte Gesichter ihrem Namen alle Ehre machen. Mit ihnen an Grimmigkeit aufnehmen können es die Deifel und Hexen aus Gültlingen.
Konfettidusche und Sägemehlregen beim Ehninger Fasnetsumzug
Und dann sind da die Ehninger Ketterles Hexen und Dämonen, denen man zu später Stunde lieber nicht auf der Straße begegnen möchte, so gruslig sehen sie aus. Schon am helllichten Tag treiben diese Gesellen allerhand Schabernack, denn was wäre eine Hexe ohne tüchtig Flausen im Kopf? Und so packen die Unholde entlang der Umzugsstrecke bevorzugt junge Mädchen und strubbeln sie ordentlich durch. Diese nehmen’s mit Humor und schütteln das Entsetzen schnell wieder ab. Auch ein vielleicht 16 Jahre alter Jugendlicher wird Opfer des Hexenwahns, büßt seine Turnschuhe ein und muss einige Meter auf Strümpfen zurücklegen, bevor er wieder an seine Sneaker kommt.
Fantasievolle Verkleidungen und gute Laune kennzeichnen die Ehninger Fasnet. Foto: Eibner-Pressefoto
Die vielen großen und kleinen Besucherinnen und Besucher, die die Straße säumen, haben sichtlich ihren Spaß. Mit einem Jauchzen ertragen sie die Konfettidusche, getoppt nur noch von einem Sägemehlregen, den die fiesen Hexen der Narrenzunft Deckenpfronn auf das Publikum niedergehen lassen, auf dass sich ein jeder noch einige Tage an das bunte Umzugstreiben der Ehninger Fasnet erinnern möge.
Doch ist es nicht nur der Gruselfaktor, der bei nicht zu kaltem, trockenen Wetter für ein teuflisch schönes Vergnügen sorgt. Es sind die Menschen selber, die gut drauf sind und begeistert und aus vollem Hals mit einem „Narro“ antworten, wenn die Narren ihr „Narri“ in die Februarluft schmettern. Mit einem lautstarken „Feuer“ – „Hexen“ kündigen sich die gleichnamigen Scheusale aus Weil im Schönbuch an.
Fürs Stimmung Anheizen sind bei der Fasnacht natürlich auch die Guggenmusiken zuständig, die Bardarutscher Deckenpfronn zum Beispiel kommen diesem Auftrag in vorbildlicher Weise nach. Schlicht mitreißend, wie sie mit einer schmissigen Rambazamba-Version von Ricchi e Poveris „Sera porque te amo“ vorbeidefilieren. Beste Stimmung gab es übrigens schon Stunden vor dem Umzug. Am Rathaus plärrte Partymucke aus den Lautsprechern und zu bewährten Hits wie „Cordula Grün“ und Co. ließ es sich an den Essens- und Getränkeständen gut vorglühen. Auch auf dem Marktplatz tummelten sich schon früh Fasnetbegeisterte in fantasievollen Verkleidungen, bevor sich dann pünktlich um 13.31 Uhr der Umzugstross in Bewegung setzte, angeführt vom ausrichtenden 1. Ehninger Karnevalsverein, der sich über knapp 80 teilnehmende Gruppen mit rund 3000 Hästrägern aus nah und fern freuen durfte.
Gemeinsam schafft der Ehninger Verein die Organisation des Fasnetsumzugs
Auch diesmal ist es für die Ehninger wieder ein Kraftakt gewesen, doch dank vieler helfender Hände haben es die Vereinsmitglieder einmal mehr geschafft, den Umzug vorzubereiten und erfolgreich über die Bühne zu bringen. Boden legen, Garnituren stellen, Preislisten kleben, Bändel und Banner hängen, Küche vorbereiten und Getränkehänger checken. Das sind nur einige der Aufgaben, die es im Vorfeld zu erledigen gibt. Für die meisten der Ehninger Narren ist das inzwischen zur Routine geworden. Und das beheizte Partyzelt vor der Turn- und Festhalle ist in Rekordzeit aufgebaut gewesen.
Der Fasnetreigen im Kreis Böblingen geht munter weiter. Bereits am Samstag, 7. Februar, steigt in Aidlingen von 19.29 Uhr an die Hexennacht. Und in Holzgerlingen in der Stadthalle ist von 20 Uhr an Fasnacht angesagt.