Schmotziger in Leonberg Ansichten eines Affen, der im Glashaus sitzt

Von Thomas K. Slotwinski 

Bei der Backstuben-Fasnet wird der Bürgermeister zum Tier, die CDU-Fraktionschefin hat viele Fragen.

Ein Affe hat’s im Rathaus nicht leicht: Neue Rolle für Ulrich Vonderheid. Foto: factum/Bach
Ein Affe hat’s im Rathaus nicht leicht: Neue Rolle für Ulrich Vonderheid. Foto: factum/Bach

Leonberg - Affen-Alarm in der Backstube! Die fröhliche Runde, die alljährlich am „Schmotzigen“ bei Rainer Zachert den Einstieg ins Fasnets-Wochenende feiert, ist allerlei skurrile Typen gewohnt. Aber dass ein Mittelding zwischen Schimpanse und Orang-Utan herumspringt, in die Bütt geht und am Ende die Festgemeinde zu urwaldähnlichen Schreien animiert, das hat’s noch nie gegeben.

Wie im Zoo im Affenhaus

Wenn der Affe noch aus dem Rathaus kommt, sollte man genauer hinschauen, wer sich da hinter Fell und Melonenschnute verbirgt.

Ulrich Vonderheid, in narreter Mission als Hausmeister bekannt, erinnert das neue Beamten-Domizil an die Wilhelma: „Glas total am Verwaltungsbau, für den Bürger eine Schau. Wie im Zoo im Affenhaus schauen die Beamten aus dem Rathaus raus.“

Dabei, so prophezeit der Affe, der im profanen Leben Bürgermeister ist, wird es bald nur noch Frauen im Rathaus geben – wünscht sich doch der Gemeinderat eine Verwaltungschefin. Die praktischen Auswirkungen dieser Genderisierung bekommen die männlichen Bediensteten schon jetzt zu spüren: „Im Männerklo, das ist fatal, gibt’s nicht mal mehr das Urinal. Alle Männer müssen sitzen oder durch die Rippen schwitzen. Für OB Schuler ist’s okay. Er hat’s ja bald zuhause schee.“

Der Mann muss sich quälen

Keine guten Aussichten für Männer also. Selbst wenn sie nicht im Rathaus sitzen, dafür aber heiraten, sieht der Affe schwarz. Insbesondere dann, wenn das Ja-Wort in luftiger Höhe gegeben wird: „Auf dem Engelbergturm hoch droben, sich Mann und Frau jetzt tun entloben. Viele hundert Stufen muss der Mann sich quälen. Dann lässt er sich oben auch noch vermählen. Und der allergrößte Witz: Ein Zuschlag dann noch fällig ist.“

Da muss einem der Kittel brennen

Doch nicht nur Affen sagen in narreter Mission, die Wahrheit. Auch einen Clown drängt es, Antworten auf die brennenden Fragen des Leonberger Lebens zu ergründen: Elke Staubach hat sich dafür eine bunte Perücke aufgesetzt und wundert sich über das Verhalten des Oberbürgermeisters: „Erst baut er sich a Rathaus ganz neu, und jetzt zieht er fast nemmer oi. Ja, muss mehr des verstehe kenne? Da muss eim doch de Kittel brenne!“

In ihrem politischen Leben wird die CDU-Fraktionsvorsitzende auf noch ganz andere Fragen stoßen, bei denen einem der Kittel brennt. Aber jetzt feiern wir erst einmal richtig Fasnet! Le-o!!!