Fasnet in Stuttgart Beim Küblerball wird getanzt ohne Pause

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Am Nachmittag die Kinder, am Abend dann die Erwachsenen: Beim traditionellen Küblerball in Stuttgart-Bad Cannstatt wurde am Samstag ausgiebig gefeiert. Wir waren dort und haben die Bilder.

Der Küblerball ist keine klassische Prunksitzung, bei seiner Premiere 1925 war er wie ein närrischer Markt angelegt. Und auch heute noch herrscht dort Marktatmosphäre. Foto: Lichtgut/Julian Rettig 10 Bilder
Der Küblerball ist keine klassische Prunksitzung, bei seiner Premiere 1925 war er wie ein närrischer Markt angelegt. Und auch heute noch herrscht dort Marktatmosphäre. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart-Bad Cannstatt - Mit ihren Sonnenblumen hinterm Ohr, den grünen Schürzen und dem angehefteten Bio-Saatgut könnte man auf den ersten Blick meinen, dass Ingrid David und Götz Krone sich als Mitglieder der Grünen verkleidet haben. „Aber nein!“, protestiert die 51-jährige Frau lachend. „Wir sind Gärtner und Gärtnerin.“ Das Paar aus Fellbach ist am Samstag mit einer großen Freundesgruppe zum traditionellen Küblerball nach Bad Cannstatt gekommen. Und obwohl die beiden echte Fasnetsfans sind und derzeit so gut wie täglich auf Umzügen und Veranstaltungen sind, war es für beide das erste Mal auf dem Küblerball.

Viel Aufmerksamkeit für das Männerballett

Und die Stimmung im Cannstatter Kursaal war gut – wenn nicht sogar ausgelassen. Nach dem Kinder-Küblerball am Nachmittag ging es abends für die Erwachsenen weiter. „Wir halten das traditionelle Programm relativ kurz, weil die Leute tanzen wollen“, erläutert Panajotis Delinasakis, Mitglied im Küblerrat und Pressereferent der Narrenzunft. So waren die ersten anderthalb Stunden reserviert für die Vorstellung der Gruppen des Kübelesmarkts, anschließend spielte die Band No Change bis tief in die Nacht hinein Partymusik.

Den letzten Anstoß für die rund 350 Gäste, von ihren Stühlen aufzustehen und zu tanzen, gab aber ein Auftritt des Männerballetts der Waldstetter Waschgölten. Verkleidet waren die tanzenden Ballerinas als Piraten sowie als Hulamädchen – mit Büstenhaltern aus Blumenketten und Baströckchen über den Unterhosen. „Das Männerballett kommt jedes Jahr super an, weil die sich immer ganz viel einfallen lassen“, weiß Panajotis Delinasakis. Und tatsächlich: Wohl selten gibt es so viele – vornehmlich weibliche – Zugabe-Rufe, wie sie am Samstagabend in Bad Cannstatt zu hören waren.

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