Die Fasnetsaison ist 2026 besonders kurz. Die Freude lassen sich die Narren aus Weil der Stadt deshalb nicht nehmen – und fahren mit einer langen Liste an närrischen Events auf.

Leonberg: Sophia Herzog (she)

Bricht in Weil der Stadt das neue Jahr an, heißt es auch: Die Fasnetsaison nimmt jetzt richtig Fahrt auf. Besonders in diesem Jahr – denn die anstehende Saison ist verhältnismäßig kurz. Der große Umzug, Höhepunkt einer jeden Weiler Fasnetszeit, ist 2026 sogar zwei Wochen früher als 2025.

 

Das liegt vor allem daran, dass sich die Fasnetszeit an Ostern orientiert. Gefeiert wird die fünfte Jahreszeit vor Beginn der Fastenzeit, die für Christen traditionell am Ostersonntag endet. Ostern wiederum findet am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond statt – und kann sich damit im Kalender ganze vier Wochen vor- und zurückbewegen.

Für die Narrenzunft AHA bedeutet das für 2026 und 2027 also: eine relativ kurze Saison. Gefeiert wird deshalb allerdings nicht weniger. Auch in diesem Jahr ist der Weiler Fasnetskalender gut gefüllt.

Mit der Narrenmesse geht die Saison in Weil der Stadt richtig los

Neben zahlreichen Terminen der einzelnen Gruppen im Januar steht Ende des Monats der erste große, gemeinsame Termin für die Narrenzunft an: Bei der Narrenmesse in der Kirche St. Peter und Paul berufen sich die Narren auf die christlichen Wurzeln der Fasnet. Es wird kein normaler Gottesdienst – die Narren kommen im Häs. Die Messe findet am Samstag, 24. Januar, um 18.30 Uhr statt.

Närrisch weiter geht es am gleichen Tag nach der Messe mit dem großen Zunftball der AHA. Er steht jedes Jahr unter einem anderen Motto, in diesem Jahr: „Bob, der Zunftmeister“ – passend zum neuen Chef der Zunft, Tobias Forstenhäusler, der dort seine Zunftball-Premiere feiert. Zwei Wochen später, am 7. Februar, laden dann die Hexen zum Hexenball ein – für beide Veranstaltungen braucht es allerdings eine der heiß begehrten Eintrittskarten.

Beim Narrensprung wird der Bürgermeister entmachtet

Einen ersten Höhepunkt erreicht die Weiler Fasnetsaison am Sonntag, 8. Februar, mit dem großen Narrensprung. An diesem Tag ist rund um den Marktplatz und das Rathaus richtig Halligalli, denn dann stürmen die Narren das Rathaus, dessen Tor symbolisch mit dem Rammbock eingeschlagen wird. Zunftmeister Forstenhäusler knüpft dann außerdem dem Bürgermeister Christian Walter den Schlüssel zum Rathaus ab – und vorübergehend haben die Narren die Macht über die Stadtgeschäfte.

Wie gut sie das draufhaben, beweisen sie gleich in der Woche darauf, am Donnerstag, 12. Februar, bei der Narreten Sitzung. In gewohnter Manier bringen die Mitglieder des Siebenerrats zu diesem Anlass eine ganze Reihe dringend nötiger Verbesserungsvorschläge für ihr Städtle mit. Erstmals findet die Narrete Sitzung nicht im Sitzungssaal des Rathauses statt, wo es gern auch mal richtig eng wurde. Stattdessen lädt der Siebenerrat dieses Jahr ins Klösterle ein. Los geht es dort um 19 Uhr.

Großer Höhepunkt: der Umzug in Weil der Stadt mit selbst gebauten Wagen

Und dann ist es auch schon so weit: Am Sonntag, 15. Februar, steigt der große Fasnetsumzug. Alle Gruppen der Weiler Fasnet ziehen, gemeinsam mit 13 befreundeten Narrenzünften und etwa 19 Musikkapellen, quer durch die Weiler Altstadt. Nicht zu verpassen sind dabei auch die rund 15 Festwagen, die die Abteilung Wagenbau jedes Mal eigens für den Umzug zimmert, und die Jahr für Jahr Popkultur und Weltgeschehen aufs Korn nehmen.

Immer wieder ein Hingucker sind die rund 15 Festwagen der Weiler Narrenzunft AHA. Foto: Simon Granville

Am Dienstag, 17. Februar, findet einen Umzug für Kinder statt, anschließend wird der Käpselesball in der Stadthalle von Weil der Stadt gefeiert. In der Nacht von Dienstag und Mittwoch heißt es für eingefleischte Narren dann: Abschied nehmen. Um Mitternacht wird auf dem Speidelsberg symbolisch die Fasnet verbrannt – bis es dann nach ein paar Monaten Pause am 11. November wieder losgeht.