Fasnetumzug in Donzdorf Sicherheit steht an erster Stelle
Um eine ungetrübte Feierfreude zu ermöglichen, hat der Kulturring ein Sicherheitskonzept, das weiterentwickelt wird. In Donzdorf gibt es Regeln, die einen Brand wie in Kehl verhindern sollen.
Um eine ungetrübte Feierfreude zu ermöglichen, hat der Kulturring ein Sicherheitskonzept, das weiterentwickelt wird. In Donzdorf gibt es Regeln, die einen Brand wie in Kehl verhindern sollen.
Zigtausende Besucher, mehr als 3600 Teilnehmer in 42 Gruppen und auf 20 großen Motivwagen – der 65. Fasnetsumzug am Sonntag in Donzdorf wird wieder zum Großereignis, das landesweite Beachtung findet. Wenn so viele Menschen zusammenkommen, stellt sich immer auch die Frage, wie die Sicherheit gewährleistet ist. Schließlich soll der Umzug ein riesiges Vergnügen werden.
In Donzdorf sei die Sicherheit der Teilnehmer und Besucher ein Dauerthema. Seit Jahren werde permanent am Sicherheitskonzept gefeilt, um es weiter zu verbessern, berichtet Kulturringpräsident Alexander Müller, der im Gespräch sofort das Feuer eines Motivwagens beim Umzug in Kehl thematisiert. Dort wurden sieben Menschen verletzt, der Motivwagen brannte aus. Als mutmaßliche Ursache des Feuers nannte die Polizei eine Verpuffung im Zusammenhang mit dem Stromaggregat.
„Das Thema Verpuffung ist uns seit Jahren bekannt und bewusst“, erklärt Müller. Wenn heiße Stromaggregate im geschlossenen Raum eines Motivwagens mit Sprit nachgefüllt werden, bestehe die Gefahr der Verpuffung. Deswegen sei dies in Donzdorf seit Jahren verboten. Die Stromaggregate, die im Donzdorfer Umzug genutzt werden, müssen groß genug sein, dass sie auch ohne nachzutanken durch den Umzug kommen. Die Vorschrift gebe es seit Jahren. Das werde kontrolliert und Verstöße würden sanktioniert. Müller vermutet, dass es in Kehl zu einer Fehlbedienung gekommen ist. Dem sollen in Donzdorf die Vorschriften vorbeugen.
Die Motivwagen benötigen Strom, um bewegliche Teile, etwa winkende Figuren, bewegen zu können, erläutert Müller. Zudem werde meist sehr laute Musik gespielt. Auch die Konfettikanone benötigt Energie. In Donzdorf nehme der TÜV die Fahrzeuge ebenfalls ab.
Unabhängig vom Unglück in Kehl steht in Donzdorf die Sicherheit ganz oben. Regelmäßig werde geprüft, wo das Konzept noch Schwächen habe. Die Polizei ist neben den 150 Ordnern des Kulturrings im Einsatz. Zudem stellten auch die teilnehmenden Gruppen Ordner. So werde jedes Fahrzeug von sechs Ordnern zu Fuß begleitet, damit niemand den Rädern zu nahe kommt.
Barrieren an Zufahrten sollen verhindern, dass Verkehr in den Umzug kommt. Noch am Sonntag werde geprüft, ob die Schranken auch richtig stehen, berichtet der Kulturringpräsident. Zum Konzept gehören auch freie Wege, die ein Krankenwagen nutzen kann, falls der Rettungsdienst nach Donzdorf muss. „Wir überlegen auch, was zu tun ist, wenn es brennt.“ Kommt es im Umfeld des Umzugs zu gesundheitlichen Problemen, haben die Malteser etwa 60 Leute im Einsatz, darunter vier Ärzte. Müller: „In der Stadthalle ist eine mobile Klinik eingerichtet.“ Gut sei, dass die Innenstadt schon ab 10 Uhr gesperrt ist. Somit können die Motivwagen ohne Publikumsverkehr anfahren. Verboten ist rund um den Umzug der Ausschank von Alkohol, der stärker ist als 15 Prozent, damit die „Schnäpslerei“ nicht möglich ist. „Wir machen das Menschenmögliche für die Sicherheit und versuchen jährlich das Konzept zu verbessern“, versichert Müller. Zum Sicherheitskonzept gehört auch, den Besuch des Schirmherrn des Umzugs, Innenminister Thomas Strobl, und der Ministerin Nicole Razavi einzubeziehen.
Der Besuch des Donzdorfer Fasnetsumzugs am Sonntag, 11. Februar, ab 14 Uhr, kostet den Unkostenbeitrag von fünf Euro (Vorverkauf vier Euro). Es gibt von Freitag bis Sonntag eine Streetfood Meile im Schlosshof. Im Steingarten steht am Sonntag das Fasnetszelt von Tobee. Eine Open-Air-Party gibt es in der Schlossstraße. Narren treffen sich nach dem Umzug auch in der Stadthalle (kostenlos). Partys steigen nach dem Umzug wieder im Becher, im Schloss, in der TG-Halle und im H7.
Sperren
Der 65. Donzdorfer Fasnetszumzug zieht am Sonntag von 14 bis 16.30 Uhr durch Donzdorf. Dafür werden die Ortsdurchfahrt und weitere Straßen ab 10 Uhr bis 18 Uhr gesperrt, teilt die Stadtverwaltung mit. Ein Überblick: Die Sperrung der Stadt beginnt aus Richtung Heidenheim nach der Einmündung Heckenhofergasse. Schon davor wird der Verkehr umgeleitet. Aus Richtung Süßen beginnt die Sperre unmittelbar nach Einmündung der Reichenbacher Straße. Gesperrt sind auch alle zur Umzugsstrecke führenden Gemeindestraßen. Die B 466 ist aus Fahrtrichtung Heidenheim an der Ausfahrspur des Kreisverkehrs am Steinernen Kreuz in Richtung Donzdorf und aus Fahrtrichtung Süßen unmittelbar am Kreisverkehr gesperrt. Die Messelbergsteige kann von Schnittlingen her nur bis zum Ortseingang Donzdorf befahren werden.
Parkverbot
Ab 10 Uhr werden alle ankommenden Autos zu den Parkplätzen geleitet. Hierzu sind Umleitungen und Einbahnstraßen eingerichtet. Der polizeiliche Vollzugsdienst wird am Sonntagvormittag Kontrollfahrten durchführen, ob die Halteverbote beachtet werden. Fahrzeuge im Halteverbot können kostenpflichtig abgeschleppt werden, kündigt das Ordnungsamt der Stadt an.
Umzug
Wie gewohnt wird der Umzug im Bereich der Graf-Rechberg-Siedlung aufgestellt. Mit Beginn in der Friedhofstraße wird sich der „Narrenwurm“ durch die Schlossstraße, Hauptstraße, Wagnerstraße und Poststraße schlängeln. Die Auflösung für die Festwagen erfolgt über den Gingener Weg und die Marrenstraße. Die Fußgruppen werden in Richtung Poststraße (Schlossmauer) geleitet.
Buslinien
In Donzdorf wird nur die Haltestelle Donzdorf/Abzweigung Reichenbach (in die Reichenbacher Straße bei Gebäude 3 verlegt) angefahren. Die anderen Haltestellen werden während der Sperrung nicht bedient, teilt die Stadtverwaltung mit.
Parken
Rund um die Zugänge nach Donzdorf sind Parkplätze angelegt, die laut der Stadtverwaltung in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen werden. Empfohlen wird, Fahrgemeinschaften zu bilden. Die Reichenbacher Straße wird von der B 466 kommend in Richtung Ortsumfahrung als Einbahnstraße ausgewiesen, um weitere Parkmöglichkeiten zu schaffen.