Fassadenschaden am Bonatz-Bau in Stuttgart Am Bahnhof geht die Fehlersuche noch weiter

Experten untersuchen die Ursache des Fassadenabsturzes. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Bahn weiß noch nicht, warum am Dienstag die Steine aus der Mauer des Hauptbahnhofs in Stuttgart gefallen sind.

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Stuttgart - Das Loch sieht am Tag nach dem Herabbröckeln der Fassade des Bonatz-Baus ein bisschen anders aus als am Dienstag: Schräg eingekeilte Steine sind offenbar heruntergenommen worden, wohl, damit sie nicht auch noch in die Tiefe fallen. Auch das angeschlagene Fenster ist entfernt. Beobachtende haben den Eindruck, dass es sich hier um Sicherungsmaßnahmen der Unfallstelle handeln könnte. „Dazu können wir nichts sagen, da das alles zu den Untersuchungen zählt, die noch laufen“, sagt ein Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart Ulm/Stuttgart 21. Auch ob die Untersuchungen im direkten Bereich der Schadensstelle noch laufen, war nicht zu erfahren.

 

Die Schadensstelle wurde offenbar abgesichert

Zum Team der Fachleute, die den Hauptbahnhof auf weitere unsichere Stellen untersuchen und die Ursache des Fassadenabsturzes herausfinden sollen, gehören laut dem Sprecher des Projekts Statiker und andere Baufachleute. Sie sind seit Dienstagmorgen an der Unfallstelle im Einsatz. Am Mittwoch rechnete die Bahn noch nicht mit einem Ergebnis der Erkundungen.

Die Muschelkalkquader waren in der Nacht zum Dienstag gegen 3.30 Uhr aus der Fassade des Hauptbahnhofgebäudes gefallen. Sie schlugen am Taxistand vor dem Bonatz-Bau auf. Dort stehen, wenn viel los ist, tagsüber Droschken, sagte ein Mitarbeiter der Stuttgarter Taxizentrale. Spät in der Nacht sind sie jedoch leer – ein glücklicher Umstand angesichts der Steinbrocken.

Die Projektgegner fordern einen Baustopp

Nach dem Unfall meldete sich am Dienstag auch das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 zu Wort. Solange keine Ursache bekannt ist, kann man zwar nicht von einem Zusammenhang mit den Bauarbeiten für das umstrittene Projekt ausgehen. Die Kritiker des Bahnhofsumbaus sprachen sich dennoch für einen sofortigen Baustopp aus. Sie fühlten sich an mehrere Unfälle im Laufe der Bauzeit erinnert: Züge seien wegen zu enger Kurvenradien entgleist, ein Stück der Bahnsteigüberdachung herabgestürzt, weil entscheidende Stützen fehlten. Das Fazit der Projektgegner: Die Bahn würde häufig zu hastig handeln und dabei Fehler machen.

Die Arbeiten in der großen Halle des Hauptbahnhofes ruhen, bis die Fehlersuche abgeschlossen ist. Der Zugverkehr ist laut der Bahn uneingeschränkt. Zugang zum Bahnhof hat man über den Steg im Schlossgarten und von der LBBW im Norden.

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