Fast Food „Haus des Döners“ eröffnet in Waiblingen: 1500 Döner gibt’s für je einen Cent

Objekt der Begierde: Döner Kebap steht bei den Deutschen in Sachen Fast Food hoch im Kurs – auch wenn es das fleischgefüllte Fladenbrot nicht immer zum Schnäppchenpreis von einem Cent gibt (Symbolfoto). Foto: /Aviation-Stock

Nach dem Aus in Fellbach eröffnet Drehspieß-Unternehmer Halil Öztürk eine neue Filiale in Waiblingen. Die ersten 1500 Döner gibt’s am Donnerstag zum Schnäppchenpreis von einem Cent.

Rems-Murr: Sascha Schmierer (sas)

Eine lange Schlange wartender Menschen ist vorprogrammiert, wenn die Imbiss-Kette „Haus des Döners“ am Donnerstag in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) ihre Pforten öffnet. Die ersten 1500 mit Fleisch vom Spieß gefüllten Fladenbrote verkauft das Franchise-Unternehmen wie üblich zum unschlagbaren Preis von einem Cent – und dürfte mit der Werbeaktion in der Mayenner Straße einen kleineren Volksauflauf auslösen.

 

Einen Steinwurf vom Staufer-Schulzentrum entfernt ersetzt die neue Filiale einen bis Herbst auf einem Parkplatz im Industriegebiet an der Fellbacher Höhenstraße stehenden Container. Dort hatte das „Haus des Döners“ im Frühjahr 2025 einen ersten Fuß in den Rems-Murr-Kreis gesetzt – und mit dem von einer geschickten Social-Media-Kampagne begleiteten Eröffnungsangebot wahre Menschenmassen angelockt.

Beim Warten auf den 1-Cent-Döner stehen vor allem Jugendliche an

Beim Warten auf die Schleuderpreis-Döner standen sich vor allem Kinder und Jugendliche die Beine in den Bauch, die von Security-Personal geordnete Schlange vor dem Imbiss reichte bis zur nächsten Tankstelle. „Der Döner ist ganz okay. Aber ich würde ganz sicher nicht mehr so weit laufen“, antwortete ein 15-jähriger Döner-Fan auf die Frage, ob er den Weg in die Firmenzone am Stadtrand auch finden würde, wenn fürs orientalische Fast Food der Normalpreis gilt.

Doch der Ansturm aufs Haus des Döners in Fellbach währte ohnehin nur einen Sommer lang – im Herbst war der Container für den Drehspieß-Imbiss plötzlich wieder verschwunden. An der fehlenden Laufkundschaft lag das Aus fürs Fellbacher Haus des Döners allerdings nicht. Der verkehrsgünstige Standort zwischen Waschpark und Tankstelle lockte neben Beschäftigten aus dem Gewerbepark auch viele Handwerker in der Mittagspause und Autopendler auf dem Heimweg an.

Mit Spezialsaucen und geschickten Social-Media-Kampagnen hat sich das „Haus des Döners“ vor allem bei jungem Publikum einen Namen gemacht (Symbolbild). Foto: imago/Horst Galuschka

„Das Geschäft lief gut, ich war sehr zufrieden“, sagt auch Halil Öztürk. Der aus Köln stammende Franchise-Unternehmer hatte sich die Lizenz für die Fellbacher Filiale gesichert und ist seit knapp zwei Jahren auch mit einer in Heilbronn eröffneten Filiale am Start. Dass er den Laden im Rems-Murr-Kreis nach wenigen Monaten wieder schloss, ist nach seinen Worten keineswegs ein Zeichen für einen wirtschaftlichen Fehlschlag.

Vielmehr räumt der Geschäftsmann ein, dass es an dem oft bis in die Nachtstunden umlagerten Imbiss-Standort auch Problemzonen gab. Offenbar wegen Beschädigungen an geparkten Wagen eines Autohauses durch die Kundschaft wurde laut Öztürk der Mietvertrag für die Fläche nicht verlängert. „Da ist leider etwas schiefgelaufen“, sagte der Drehspieß- Unternehmer im Dezember.

Jetzt aber soll es nicht mehr in Fellbach, sondern in Waiblingen unter seiner Regie leckere Döner mit den in Berlin entwickelten Spezialsaucen geben. Der neue Standort für das Haus des Döners liegt direkt beim Staufer-Schulzentrum in der Mayenner Straße 47 und wird am Donnerstag um 14 Uhr eröffnet – mit dem inzwischen branchenüblichen Lockangebot mit den 1-Cent-Dönern.

Lebensmittelkontrolleure aus dem Rems-Murr-Kreis dürften bei der Adresse übrigens aufhorchen: Denn einen Drehspieß-Imbiss gab es an dem Standort schon in der Vergangenheit, bisher profitierte das Big Baba’s Kebaphaus von der Nähe zu Schulzentrum und Arbeitsagentur. Bei der Hygiene-Überwachung allerdings genoss der bisherige Betreiber keinen allzu guten Ruf, wiederholt wurden bei Kontrollen verdorbene Lebensmittel, verschimmelte Saucen und verdreckte Schöpfkellen entdeckt.

Der bisherige Betreiber hatte bei der Hygiene-Überwachung keinen guten Ruf

„Im Kühlraum befand sich ein Eimer mit geschnittenen Oliven und im Kühlschrank ein Behältnis mit einer Fleischsoße. Auf beiden hatten sich an der Oberfläche bereits sichtbare schimmelige Auflagerungen gebildet“, heißt es im jüngsten Prüfbericht aus dem Schmuddel-Imbiss, der vom Juli 2025 datiert. Noch vor Ort verlangten die Lebensmittelkontrolleure, dass die beanstandeten Speisen vernichtet werden. „Eine Grundreinigung der Küche wurde noch während der Kontrolle begonnen und durchgeführt“, heißt es weiter.

Das soll sich nicht wiederholen, wenn am Donnerstag das „Haus des Döners“ eröffnet. Theke und Kühlschränke hat der neue Betreiber komplett austauschen lassen, die Böden sind neu gefliest, zwei Kühlräume eingerichtet. Der vor allem über die Internet-Plattform Tiktok ausgelöste Run auf die 1-Cent-Döner kann also kommen. Wer beim Eröffnungsangebot zum Schnäppchenpreis leer ausgeht, kann sich in den nächsten Tagen und Wochen satt essen – dann allerdings zum Normalpreis von 8,50 Euro.

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