Faustball-Duo wird Vizemeister Stammheimer Talente überzeugen vor ARD-Kameras
Tom Aigner und Fynn Erlenmayer werden bei der Premiere der Faustball-Variante Wowball auf großer Bühne Vizemeister. Das Finale in Dresden wird im Fernsehen übertragen.
Tom Aigner und Fynn Erlenmayer werden bei der Premiere der Faustball-Variante Wowball auf großer Bühne Vizemeister. Das Finale in Dresden wird im Fernsehen übertragen.
Geschichte wird oft geschrieben. Insbesondere wird diese Redewendung im Sport gemeinhin dann verwendet, wenn jemand zum ersten Mal einen Titel holt. Tom Aigner und Fynn Erlenmayer vom Faustball-Bundesligisten TV Stammheim schrieben eine solche Geschichte, als sie im vergangenen Jahr die erste Austragung der deutschen Meisterschaften im Wowball gewannen. Am vergangenen Donnerstag verpassten die beiden U-21-Nationalspieler den Titel bei den ersten offiziellen deutschen Meisterschaften im Rahmen der Finals in Dresden nur knapp. Im Finale verloren sie gegen das Trio Fabian Sagstetter, Nick Trinemeier und Luca Egger mit 15:14, 7:11 und 9:10. „Es war ein toller Rahmen und es hat uns sehr viel Spaß gemacht“, sagt Tom Aigner dennoch und denkt dabei an die Übertragung in der ARD und dem vollen Ballsportstadion in der sächsischen Landeshauptstadt.
Bereits am Mittwoch und damit einen Tag früher als die anderen 19 Sportarten waren die beiden Stammheimer in das Wowball-Turnier gestartet. Im Achtel-, Viertel- und Halbfinale setzten sie sich bei der Kleinfeldvariante des Faustballs, bei der immer Zwei-gegen-Zwei antreten, souverän durch. Im Finale der konditionell anspruchsvollen Variante warteten dann am Donnerstag mit Fabian Sagstetter und Nick Trinemeier zwei ehemalige Weltmeister. Ihr Vorteil: Mit Luca Egger hatten sie einen aktuellen Nationalspieler in ihren Reihen, mit dem sie sich abwechseln konnten. „Es war vermutlich der ausschlaggebende Punkt, dass sie wechseln konnten“, blickt Aigner zurück.
Denn das Finale war ansonsten ein Duell auf Augenhöhe. „Wir sind richtig gut reingekommen und waren im ersten Satz zwischenzeitlich mit 7:2 vorne“, berichtet der 19-Jährige. Durch kleinere Fehler drehten die Gegner jedoch den Spielstand und hatten sogar einen Matchball. Die beiden Stammheimer Teamkollegen hatten jedoch letztlich das glücklichere Händchen und sicherten sich den ersten Satz. Im zweiten Satz sind wir dann nicht so gut reingekommen, haben uns zwar zurückgekämpft, aber am Ende haben sie es besser gemacht“, sagt Aigner. Der dritte und entscheidende Satz wog lange Zeit hin und her, letztlich gaben kleinere Fehler der beiden Stammheimer, insbesondere im Zuspiel, den Ausschlag zu Gunsten des Trios aus Schweinfurt-Oberndorf, Mannheim-Käfertal und Neuenbürg-Waldrennach.
Zu Hause vor dem Livestream der ARD-„Sportschau“ fieberte auch der Stammheimer Vereinstrainer Bertram Sailer mit seinen Youngstern mit. „Einerseits haben wir uns sehr gefreut, dass sie es so weit geschafft haben, andererseits ist es natürlich schade, dass es nicht für ganz oben gereicht hat“, sagt der Coach. Zugetraut hatte er ihnen den großen Wurf allemal. „Sie machen das schon sehr, sehr gut. Auch weil sie sehr gute Allrounder sind“, sagt Sailer über den eigentlichen Zuspieler Aigner und den Angreifer Erlenmayer.
Während der Trainer Sailer an diesem Wochenende passen muss, geht es für die in der Nacht zum Freitag aus Dresden zurückgekehrten Vizemeister Aigner und Erlenmayer direkt weiter. Mit dem TV Stammheim treten die beiden, die vor wenigen Wochen mit der deutschen U-21-Nationalmannschaft EM-Dritte wurden, bei einem Mastersturnier im schweizerischen Jona gegen Top-Teams aus der Schweiz, Österreich und Brasilien an. In der kommenden Woche steht ein weiteres Turnier in der Schweiz an, ehe im Anschluss direkt die Vorbereitung auf die Hallen-Bundesliga aufgenommen wird. Viele Verschnaufpausen haben sie wie auf dem Wowball-Feld damit nach dem packenden Turnier auch außerhalb des Spielfeldes nicht.
Trainingsspiel
Wowball ist aus einer Trainingsform entstanden, die insbesondere gerne im Sommer nach der Saison gespielt wird. „Es eignet sich, weil man oft am Ball ist. Vor allem bei Kindern ist es eine gute Sache, da sie dadurch den Bewegungsablauf beim Faustball lernen können“, sagt der Stammheimer Trainer Bertram Sailer.
Neue Sportart
2024 feierte Wowball mit der Austragung der ersten inoffiziellen deutschen Meisterschaft Premiere. Bislang gibt es noch keinen laufenden Spielbetrieb. Bei der Zwei-gegen-Zwei-Variante gibt es kleinere Unterschiede im Vergleich zum Faustball auf dem Großfeld bei dem pro Team fünf Spieler auf dem Feld stehen. Der Ball muss unter anderem in einem deutlich kleineren Angriffkorridor aufkommen. Zudem wird nur auf zwei Sätze gespielt.