Faustball: TV Stammheim Eingeflogen aus Südamerika: der brasilianische Kapitän als Verstärkung
An diesem Donnerstag landen zwei brasilianisch Akteure in Stuttgart, am Samstag bestreiten sie bereits ihre erste Partie für den TV Stammheim.
An diesem Donnerstag landen zwei brasilianisch Akteure in Stuttgart, am Samstag bestreiten sie bereits ihre erste Partie für den TV Stammheim.
Bitter verlief im August das Finale für Felix Klassen bei den World Games im chinesischen Chengdu. Der Faustballer des TV Stammheim unterlag mit Weltmeister Deutschland der brasilianischen Vertretung deutlich mit 0:3. Frust auf der einen Seite, Jubel auf der anderen – unter anderem bei Gabriel Heck und Gabriel Drumm. Jubel oder Frust werden aber künftig die gemeinsame Gemütslage der angesprochenen Drei sein. Die beiden Brasilianer kommen nämlich mit dem Flieger am Donnerstag in Stuttgart an, bleiben drei Monate und spielen für den TV Stammheim in der Hallen-Bundesliga – erstmals zusammen mit Felix Klassen an diesem Samstag beim TV SW-Oberndorf, tags drauf dann zuhause (14 Uhr) gegen den TV 1880 Käfertal.
Bislang haben die Stammheimer beide Saisonspiele gewonnen, rangieren auf Rang vier. Mindestens dieser Platz soll es nach Abschluss der Hauptrunde denn auch sein, um sich über Spiele gegen Vertreter der Nord-Bundesliga für das „Final 4“ zu qualifizieren. Besonders reizvoll für die Nord-Stuttgarter: Besagte Endrunde findet am 28. und 1. März vor heimischer Kulisse in der Scharrena statt. „Natürlich wären wir da gerne dabei, wobei die Quali dafür verdammt schwierig ist“, sagt Alwin Oberkersch, Trainer und Geschäftsführer beim TV Stammheim. Er weiß aber: Mit den beiden Brasilianern erhöhten sich die Chancen, zumal Heck aktuell einer der weltbesten Angreifer und Kapitän des Nationalteams und Drumm ein starker Abwehrspieler sei.
Doch die Mannschaft zu verstärken und auf die Bundesliga-Finalrunde zu schielen, ist nicht die Grundidee, weshalb der südamerikanische Doppelpack verpflichtet wurde. Vielmehr will der Club damit in Sachen Faustball ein Highlight setzen und auch den eigenen Mitgliedern etwas bieten. „Wir versuchen unseren Mitgliedern von Zeit zu Zeit immer wieder etwas Außergewöhnliches zu präsentieren, die Verpflichtungen werden, auch im Verein, für Strahlkraft sorgen und auch die Halle an den Spieltagen voller machen“, ist sich Oberkersch sicher.
Und zudem für Begeisterung beim Nachwuchs sorgen. Die beiden Gabriels werden nämlich auch als Jugendtrainer fungieren. Eine Übungsleiterpauschale werden die beiden dafür erhalten, haben ansonsten Kost und Logis frei. Geld gebe es im Faustball keines, beteuert Oberkersch, man werde den Aufenthalt für die beiden Brasilianer aber kostenneutral gestalten.
Doch wie kam der Kontakt zum noch 25-jährigen Heck (hat nächste Woche Geburtstag) und dem 26-jährigen Drumm überhaupt zustande? Die Faustball-Community, auch international, sei wie eine große Familie, sagt Oberkersch, die beiden zwei alte Bekannte – auch auf der TV-Anlage an der Solitudeallee. Im Vorfeld der Weltmeisterschaften 2023 in Mannheim absolvierten sie mit ihrer Nationalmannschaft einen Lehrgang in Stammheim, übernachteten auf dem Sportgelände und spielten noch ein Abendturnier. Darüber hinaus pflegen die Nord-Stuttgarter Faustballer seit längerem eine Freundschaft zum Heimatverein der beiden Gabriels, Sociedade Ginástica Novo Hamburgo im Bundesstaat Rio Grande do Sul. „Schon zweimal haben wir dort ein Trainingslager durchgeführt.“
Indes ist für den Nationalmannschaftskapitän Heck Stammheim nicht die erste Station in Europa. In Österreich verwandelte er mit dem FBC Urfahr aus Linz bereits viele Angriffe und wurde zweimal Meister, genauer gesagt Staatsmeister, wie es bei unseren Nachbarn heißt.