Fazit Schäferlauf Markgröningen Regen und steigende Gewalt: Schäferlauf war dennoch ein Erfolg

Am Wochenende mussten in Markgröningen immer wieder die Regenschirme aufgespannt werden. Foto: Werner Kuhnle

Trotz des schlechten Wetters sind die Veranstalter mit der Besucherzahl zufrieden. Dennoch gab es Absagen, mehrere Körperverletzungen und einen schlimmen Unfall am Langos-Stand.

Ludwigsburg : Emanuel Hege (ehe)

Starkregen und orkanartiger Wind am Donnerstag, Gewitter und Regen übers ganze Wochenende. Das Wetter spielte beim Schäferlauf in Markgröningen zwar nicht mit – die Besucherinnen und Besucher aber umso mehr. Rund 80 000 Menschen kamen laut der Stadt und der Polizei zu einem der traditionsreichsten und größten Festen der Region.

 

Zwar rechneten die Veranstalter mit mehr Menschen, „in Anbetracht des Wetters ist das aber eine stolze Besucherzahl“, sagt Bürgermeister und Schirmherr Jens Hübner. „Ich habe mich vor allem gefreut, dass alle Besucher so eine gelöste und glückliche Stimmung verbreitet haben.“

Das offizielle Programm sei in diesem Jahr besonders gut besucht gewesen, sagt Hübner. „Das haben wir in der Vergangenheit auch schon ganz anders erlebt.“ Während des Eröffnungskonzerts und der Abholung des Landrats sei der Marktplatz gefüllt gewesen, und auch der ökumenische Fest-Gottesdienst in der Bartholomäuskirche sei gut angenommen worden.

Das liege zum einen an den enger getakteten Programmpunkte, sagt Hübner. So habe es weniger Leerlauf gegeben, und die Besucher strömten von einer Veranstaltung zur nächsten. Zweitens ging zwei Wochen vor Festbeginn die neue Stadt-App und der neue Instagram-Kanal online. Darüber informierte die Stadt aktuell per Posts und Pushnachrichten über die anstehenden Programmpunkte. Die App wurde laut Stadt in den ersten zwei Wochen 700 Mal heruntergeladen.

Doch nicht alles lief rund: Am Donnerstagabend musste die beliebte Hauptprobe für den Schäfertanz wegen eines Unwetters abgesagt werden. Auch das Leistungshütung, ein Wettbewerb der Schäfer, musste am Freitag unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. „Ein paar Pavillons wurden durch das Unwetter zusammengefaltet, es ist aber zum Glück nichts Größeres passiert“, sagt Jens Hübner.

Die Polizei beschreibt die vier Festtage in einer Mitteilung als fröhlich und „überwiegend friedlich“. Mit sieben Körperverletzungen, zwei davon schwer, stieg die Gewalt laut Polizei im Vergleich zum Vorjahr um zwei Drittel. Unter anderem wurde ein 31-Jähriger am frühen Sonntagmorgen von Unbekannten in der Grabenstraße angegriffen und mit einem scharfen Gegenstand verletzt. Am Montagmorgen geriet ein betrunkener 46-Jähriger mit Mitarbeitern eines Sicherheitsdienstes aneinander. Der aggressive Mann zerbrach einen Bierkrug und versuchte die Securitys mit den scharfen Bruchkanten zu verletzen.

Am Langos-Stand schwer verbrannt

Es gab aber auch skurrile Situationen. Beispielsweise öffnete eine Autofahrerin eine Absperrung und fuhr durch die Besucherströme des Rummels – Gefahr bestand laut Polizei aber nicht. Schlimmer endete ein Unfall für einen mutmaßlich betrunkenen 29-Jährigen. Der stolperte am Samstagabend und stieß gegen einen Langos-Stand. Dabei verbrannte sich der Mann so sehr, dass er in eine Klinik gebracht werden musste.

Das Fest wird für die Stadt in diesem Jahr wohl teurer als üblich – Grund ist die Inflation, die Energie und Aufbaukosten in die Höhe treibt. In der Abrechnung bleibt wohl ein niedriger sechsstelliger Betrag in Rot stehen, prognostiziert Hübner. Das Fest dürfe man aber nicht nach wirtschaftlichen Kriterien messen: „Es ist gut angelegtes Geld und ein Mehrwert für die Gesellschaft. Das Fest schweißt uns wochenlang zusammen.“

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