Die Idee des Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß, seinen Freund Jupp Heynckes als Trainer zu reaktivieren, überzeugt nicht. Ein Kommentar von Peter Stolterfoht.

Automobilwirtschaft/Maschinenbau: Peter Stolterfoht (sto)

München - Bayern-Präsident Uli Hoeneß will es als genialen Schachzug verstanden wissen, seinen alten Freund Jupp Heynckes zum Nachfolger von Carlo Ancelotti zu machen. Es ist aber das Eingeständnis einer fehlerhaften Personalpolitik. Denn der Plan mit dem hochdekorierten Italiener ging nicht auf. Nun heißt es bei den Bayern schon zum vierten Mal: wenn nichts mehr geht, kommt Heynckes – diesmal als Platzhalter für eine geplante längerfristige Lösung, die ab Sommer voraussichtlich Julian Nagelsmann heißen wird.

 

Den 72 Jahre alten Jupp Heynckes zu reaktivieren, ist gleichzeitig auch der Hinweis darauf, wer beim FC Bayern das Sagen hat. Uli Hoeneß hat sich mit seiner Übergangslösung durchgesetzt, während der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge dem Sofortprogramm mit Thomas Tuchel wohl den Vorzug gegeben hätte.

Und was bringt Jupp Heynckes dazu, noch einmal Bayern-Trainer zu werden? Nach seinem grandiosen Abschied vor vier Jahren als Meister, Champions-League- und Pokalsieger kann er im Grunde jetzt nur verlieren. Es ist wohl eine Mischung aus alter Verbundenheit und dem sehr schmeichelnden Gefühl, auch noch im Alter gebraucht zu werden.