FC Bayern München Wieder Deutscher Meister – und jetzt?
Der FC Bayern steht zumindest in der Bundesliga wieder an der Spitze – dennoch gibt es mit dem Blick in die Zukunft einige Baustellen und Brennpunkte, kommentiert Sport-Autor Marco Seliger.
Der FC Bayern steht zumindest in der Bundesliga wieder an der Spitze – dennoch gibt es mit dem Blick in die Zukunft einige Baustellen und Brennpunkte, kommentiert Sport-Autor Marco Seliger.
Sie haben es wieder geschafft. Nach einem titellosen Jahr 2024 ist der Rekordmeister also zumindest in der Bundesliga da angekommen, wo er sich selbst immer und überall sieht: an der Spitze. Zum 34. Mal heißt der Deutsche Meister FC Bayern, und das hochverdient. Mia san wieder oben, heißt es in München – aufgrund der eigenen Stärke und der Schwäche der Konkurrenz, die im Falle der Möchtegern-Gegner RB Leipzig und Borussia Dortmund nie eine war und im Falle des abgelösten Vorjahresmeisters Bayer Leverkusen angesichts dessen Inkonstanz am Ende auch nicht mehr.
Mit dem Blick auf die Meisterschaft ist also alles wieder im Lot beim Münchner Seriensieger, der ja von 2013 bis 2023 elfmal nacheinander die Schale holte. Im DFB-Pokal allerdings ist der FC Bayern seit fünf Jahren nicht mehr im Endspiel von Berlin gewesen – eine Ewigkeit für den Rekordsieger. Und international, da ist der Traum vom „Finale dahoam“ geplatzt nach dem Viertelfinal-Aus gegen Inter Mailand, was ebenfalls nicht den eigenen Ansprüchen genügt.
Der beim Team und bei den Vereins-Oberen anerkannte Trainer Vincent Kompany hat in seiner Debüt-Saison sein Meisterstück gemacht, klar. Insbesondere die vielen Niederlagen in der Champions League aber werfen trotz des großen Verletzungspechs zuletzt die Frage auf, ob der Belgier angesichts der wiederkehrenden Muster (keine Stabilität und Konterabsicherung gegen starke Gegner) mit Blick auf die neue Runde seinen radikalen Spielstil wird anpassen können.
Obendrein herrscht in München eine nicht enden wollende Unruhe mit unzähligen Stimmen und Stimmungen der Verantwortlichen und aus dem näheren Umfeld, die im desaströsen internen und öffentlichen Umgang mit dem Abschied von Vereinsikone Thomas Müller nach dem Saisonende gipfelte. So scheint der Patron Uli Hoeneß immer noch über allen und allem zu thronen, Sportvorstand Max Eberl wird bisweilen vorgeführt und geht angezählt in die Zukunft. Ob es sie überhaupt noch geben wird – auch das ist eine spannende Frage rund um den frischgebackenen Meister.