FDP Homburger hat als Rednerin miserable Noten

Berliner Büro: Thomas Maron (tm)

Schon am 8. Mai wird sie sich im Rahmen der Fraktionsklausur abermals ihren Abgeordneten stellen müssen. Eigentlich hatte sie dem Vernehmen nach geplant, bei der Klausur zur Routine zurückzukehren und Sachthemen wie die Eurorettung und die Energiepolitik abzuarbeiten. Aber die Abgeordneten muckten auf und forderten eine Generaldebatte darüber, wie die Arbeit in der Fraktion neu zu organisieren sei. Die Außendarstellung der Arbeit im Parlament müsse dringend verbessert werden, heißt es. Homburger lenkte ein. Ausgerechnet dieses Thema aber ist ihr wundester Punkt. Ihr werden als Rednerin und Talk-Runden-Gast miserable Noten verliehen, mit denen sich viele in der Fraktion nicht mehr abfinden wollen. Auch, weil sie glauben, in ihren Landesgremien für Homburgers Auftritte in Mithaftung genommen zu werden. "Viele haben die Schnauze voll", sagt ein Abgeordneter.

 

Die Fraktion wählt allerdings erst im Oktober den Vorstand neu. Deshalb wird in der Partei offenbar von einigen erwogen, auf dem Bundesparteitag einen Antrag zur Abstimmung zu stellen, in dem sie aufgefordert wird, sich von der Fraktionsspitze zurückzuziehen. Den Jungen Liberalen wird ein solcher Vorstoß zugetraut. Auch wenn ein entsprechendes Votum des Parteitags formal nicht bindend wäre, würde sie eine solche Meinungsbekundung nicht überstehen.

Bei vielen Jüngeren genießt Homburger Ansehen

Homburger hat allerdings noch immer einige einflussreiche Verbündete in der Fraktion. Den ersten parlamentarischen Geschäftsführer Jörg van Essen zum Beispiel, der bei einem Wechsel an der Spitze wohl auch seinen Posten verlieren würde. Auch der Arbeitsmarktexperte und Vizefraktionschef Heinrich Kolb steht an ihrer Seite. Für seine Solidaritätsbekundung zu Birgit Homburger war er auf dem Landesparteitag in Hessen Mitte April ausgebuht worden.

Bei den Jüngeren stößt Homburger ebenfalls nicht nur auf Ablehnung. Ihr unbestrittener Bienenfleiß und die Akribie, mit der sie sich in sämtliche Details vertieft, mögen einige in der Fraktion als Gängelung empfinden. Bei einigen Jüngeren, die neu ins Parlament kamen und sich unsicher vorantasteten, erwarb sie sich damit aber Respekt und Ansehen. Ein Abgeordneter schätzt denn auch das Verhältnis Befürworter und Gegner auf 50 zu 50: ein Patt.




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