FDP erhebt Mauschel-Vorwurf Wirbel um Chefposten bei Agrar-Werbern
Wie wurde der neue Geschäftsführer der Marketing-Gesellschaft für Agrarprodukte aus dem Land ausgewählt? Vage Auskünfte des Agrarressorts lassen die FDP Mauschelei vermuten.
Wie wurde der neue Geschäftsführer der Marketing-Gesellschaft für Agrarprodukte aus dem Land ausgewählt? Vage Auskünfte des Agrarressorts lassen die FDP Mauschelei vermuten.
Ist bei der Besetzung des Chefpostens der landeseigenen Marketing-Gesellschaft für Agrarprodukte (MBW) gemauschelt worden? Dieser Verdacht ergibt sich für die Landtags-FDP aus einer Antwort des Agrarministeriums von Peter Hauk (CDU). Für den Agrarexperten der Fraktion, Georg Heitlinger, wurde „nach undurchsichtigen Hinterzimmergesprächen“ ein Nachfolger für den amtierenden MBW-Chef präsentiert, „dessen bessere Eignung nicht plausibel erscheint“. Ein Sprecher von Hauk, der dem Aufsichtsrat vorsitzt, verwies dagegen auf das klare Ergebnis eines Auswahlverfahrens.
Seit 13 Jahren wird die weitgehend vom Land finanzierte MBW von Alexander Wirsig geführt. Nach zwei Amtsperioden soll sein 2025 auslaufender Vertrag nicht verlängert werden. Das Ministerium begründete dies mit dem Wunsch nach „frischem Wind“. Nachfolger soll der Geschäftsführer des Vereins Agrarkontakte International, Falk Kullen, werden. Dieser vermittelt in enger Zusammenarbeit mit dem Landesbauernverband landwirtschaftliche Nachwuchskräfte aus verschiedenen Ländern als Praktikanten nach Baden-Württemberg.
Die Nachfolge Wirsigs wurde nicht ausgeschrieben. Dazu sei der Aufsichtsrat auch nicht verpflichtet, schrieb Hauk den Liberalen. Stattdessen sei „ein Auswahlverfahren mit mehreren hoch qualifizierten Anwärterinnen und Anwärtern“ erfolgt. Die ausgewählte Person passe „mit ihren Fähigkeiten und ihrer Arbeitsphilosophie bestens zur MBW“, hatte ein Ressortsprecher unserer Zeitung mitgeteilt. Zugleich bestätigte er die Entscheidung für Kullen, die eigentlich erst 2025 bekannt gegeben werden sollte.
Innerhalb der MBW hat die Besetzung nach StZ-Informationen Unruhe und Unverständnis ausgelöst. Es sei weder nachvollziehbar, warum Wirsig gehen müsse, noch, warum interne Interessenten für die Stelle offenbar keine Rolle spielten. Die Personalentscheidung war der Belegschaft bereits Anfang August durch Hauks Amtschefin Isabel Kling bekannt gegeben worden, die in ihrer vorigen Funktion als Abteilungsleiterin für die MBW zuständig gewesen war.
Der FDP-Agrarexperte Heitlinger äußerte erhebliche Zweifel am Auswahlverfahren. Dieses erscheine „vage und intransparent“, andere Interessenten als die vom Ministerium kontaktierten seien offensichtlich „nicht erwünscht“ gewesen. Der künftige MBW-Chef verfüge nicht über die Kompetenzen, die Hauk in seiner Antwort selbst als Anforderungen nenne: Er sei weder in der Vermarktung regionaler Lebensmittel tätig, noch habe er ein Netzwerk im Bereich Lebensmittelvermarktung. Fazit der Liberalen: Mit der Besetzung „nach Gutsherrenart“ schade Hauk dem Ziel, regionale Lebensmittel besser zu vermarkten.