FDP-Landeschefin Birgit Homburger tritt nicht wieder an

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Birgit Homburger will nicht mehr als FDP-Landeschefin antreten. Das erfuhr die dpa am Montagabend in Stuttgart. Damit zieht Homburger die Konsequenzen aus der Wahlschlappe der Südwest-FDP bei der Bundestagswahl.

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Stuttgart - Als Konsequenz aus dem kastastrophalen Abschneiden der Südwest-FDP bei der Bundestagswahl hat Birgit Homburger ihren Rücktritt als Landeschefin angekündigt. Beim Parteitag im November wolle sie nicht noch einmal für den Posten kandidieren. Das erklärte die FDP-Politikerin am Montagabend bei einer Vorstandssitzung der Landespartei in Stuttgart. Am Sonntag hatte die FDP in ihrem Stammland Baden-Württemberg ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl überhaupt eingefahren. Bis zum Parteitag Anfang November bleibt Homburger zunächst noch im Amt. Wer der 48-Jährigen nachfolgen könnte, war am Abend unklar.

Als Aspirant gilt unter anderem einer ihrer alten Kritiker, der FDP-Europapolitiker Michael Theurer. Er war bereits im Mai 2011 gegen Homburger angetreten, hatte aber verloren. Ebenfalls Interesse am Landesvorsitz soll der FDP-Fraktionschef im Stuttgarter Landtag, Hans-Ulrich Rülke, haben. Beim Parteitag Anfang November stehen turnusgemäß Vorstandswahlen an. Wiederholt aufkeimende Personaldebatten hatten die Liberalen mit Blick auf die Bundestagswahl wiederholt erstickt. Als Landeschefin gilt Homburger seit längerem als umstritten. Bemängelt wurde unter anderem ein autoritärer Führungsstil. Kritiker führten aber auch ins Feld, dass Homburger, die seit 1990 im Bundestag saß, der Südwest-FDP keinen frischen Wind mehr verleihen könne.

Im Herbst 2012 sah sich Homburger gezwungen, auf die Spitzenkandidatur der Südwest-FDP zur Bundestagswahl zu verzichten, nachdem ihr parteiinterne Konkurrenz entgegengeschlagen war. Letztlich hatte Entwicklungsminister Dirk Niebel die Südwest-FDP als Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf geführt. Mit dem angekündigten Rückzug endet Homburgers wechselvolle politische Karriere.

Bereits im März wurde sie beim Bundesparteitag als Vize-Parteivorsitzende abgewählt. 2011 hatte sie ihren „Traumposten“, den Fraktionsvorsitz im Bundestag, verloren. Homburger selbst erklärte am Montagabend, sie bleibe der liberalen Familie verbunden. Sie betonte, dass sie nach wie vor für die liberale Sache brenne. Der Landesvorstand dankte Homburger für ihre Leistungen. Die Konstanzerin hatte die Partei seit 2004 als Vorsitzende geführt.

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