FDP nach der Landtagswahl FDP-Chef Rülke schmiedet Zukunftspläne

FDP-Landeschef Hans-Ulrich Rülke sucht auffallend oft die Nähe zu CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel – hier bei der Landesvertreterversammlung der CDU Baden-Württemberg im Dezember 2024. Foto: dpa

Hans-Ulrich Rülke ist der am längsten amtierende Fraktionschef im Landtag. Jetzt erklärt er, wie er seine Zukunft plant.

Entscheider/Institutionen: Annika Grah (ang)

Hans-Ulrich Rülke ist eigentlich schon in einem Alter, in dem andere über die Rente nachdenken. Der FDP-Landeschef wird im Oktober 64 Jahre alt. Seit 16 Jahren führt er die FDP/DVP-Fraktion im Landtag. Anfang des Monats wurde er zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 8. März 2026 gewählt mit dem klaren Auftrag, seiner Partei den Wiedereinzug in den Landtag zu sichern. Und dann? Rülke macht keinen Hehl daraus, dass er sich eine Koalition mit der CDU gut vorstellen kann, ob in einem Zweier- oder Dreierbündnis. Demonstrativ sucht er die Nähe zum CDU-Spitzenkandidaten Manuel Hagel, ob beim Wandern oder bei Parteitagen.

 

2026 wird Schlüsselwahl für die Liberalen im Südwesten

Beim Parteitag Anfang Juni schwor Rülke seine Partei auf eine Schlüsselwahl ein: „Es geht um Sein oder Nicht-Sein für die FDP“, sagte der baden-württembergische Spitzenpolitiker beim Parteitag in Pforzheim vor seiner Wahl zum Spitzenkandidaten. Für die FDP geht es nach Rülkes Einschätzung nach dem Ausscheiden aus dem Bundestag bei der Landtagswahl 2026 um nicht weniger als um das politische Überleben. „Wenn die FDP in Baden-Württemberg scheitern würde, würde keiner glauben, dass die FDP irgendwo noch mal über fünf Prozent kommt“, sagte er damals. In Baden-Württemberg waren die Liberalen noch nie Teil der außerparlamentarischen Opposition. Zuletzt lagen sie in Umfragen bei um die fünf Prozent. Der BaWü-Check der baden-württembergischen Tageszeitungen sieht aber ein Wählerpotenzial bei neun Prozent.

Klarer Plan für 2031

Für Rülke persönlich hängt von dem Wahlerfolg und der Frage, wie es 2026 weitergeht, auch seine politische Zukunft ab. Sollte die FDP an die Regierung gelangen, will Rülke auch im Alter von dann fast 70 Jahren noch einmal für seine Partei zur Landtagswahl antreten und verrät auch, in welcher Rolle er sich dann sähe – als stellvertretender Ministerpräsident. Wird es aber auch 2026 nichts mit der Regierungsbeteiligung, hat Rülke einen klaren Plan. „Wenn ich die FDP 2026 nicht in die Regierung führe, dann habe ich nicht vor, 2031 die Partei ein viertes Mal aus der Opposition heraus in einen Wahlkampf zu führen“, sagte der FDP-Chef unserer Zeitung. 

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