Feiertag in Stuttgart Familienandrang aufs Leuze

Anziehungspunkt Leuze: Am Feiertag zog es besonders viele Familien ins Bad. Foto: jse

Alle verreist? Oder zuhause? Von wegen. Das Mineralbad Leuze erlebte an Fronleichnam einen Besucherandrang mit auffallend vielen Familien und Kindern.

Stadtleben/Stadtkultur: Jan Sellner (jse)

Ja ist denn schon Kinder- und Familienfestival? Diesen Eindruck konnte man am Donnerstagvormittag haben angesichts der vielen Familien und Kinder, die bei strahlendem Sonnenschein ins Mineralbad Leuze drängten. Bis zu 50 Meter lange Warteschlangen bildeten sich vor den Kassen; ein Strom von überwiegend jungen Besuchern ergoss sich in die Becken – zumindest in die warmen. So viele Kindergesichter und Schwimmflügel hat man hier an einem Donnerstag selten gesehen. Der Feiertag war für viele ein Badetag. Solange jedenfalls bis das Gewitter kam.

 

Das Leuze versteht sich als „Erlebnis-Therme am Neckar“

Anders als beim Kinder- und Familienfestival, das an diesem Wochenende in der Stadtmitte stattfindet, ist das Badevergnügen nicht kostenlos. Erwachsene zahlen im Leuze 9,50 Euro für zwei Stunden (ermäßigt 7,60 Euro). Kinder bis einschließlich sechs Jahren sind jedoch frei. Das gilt auch für die anderen Stuttgarter Bäder. Doch offensichtlich profitiert das Leuze spürbar davon. Das Bad versteht sich seit einiger Zeit als „Erlebnis-Therme am Neckar“ samt „Kinderland“, einer Wasserlandschaft für die Kleinsten, und großem Kinderspielplatz. Ergebnis ist eine sichtbare Verjüngung des Leuze-Publikums. Zumindest an Tagen wie dem gestrigen. Während die Morgenstunden – und die Kaltbecken – weiterhin von Schwimmerinnen und Schwimmern dominiert werden, die das Mineralbad als Jungbrunnen verstehen.

Im Bäderamt sieht man die Entwicklung 40 Jahre nach dem großen Leuze-Umbau mit Freuden. Schon zu Jahresbeginn sprach Bädersprecher Jens Böhm von einem „wahren Besucher-Boom“. Allein im Januar gingen fast 83 000 Menschen im Leuze baden oder saunieren – soviel wie zuletzt 2011. Seine Erklärung: „Wir gehen davon aus, dass dies mit der gemeinwohlorientierten Entscheidung des Bäderausschusses zusammenhängt, die Eintrittspreise nicht zu erhöhen.“ Anders als in vielen Bädern im Umland.

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