Feiertage und ihre Bedeutung Was an Pfingsten geschah

Von David Werner 

Die nächsten Feiertage stehen an: Pfingsten. Doch warum haben die meisten an den Pfingsttagen frei oder gar zwei Wochen Pfingstferien? Worin liegt der Ursprung der Feiertage?

Beim Pfingstjugendtreffen in Aidlingen erwarten die Veranstalter auch in diesem Jahr wieder mehr als 10.000 junge Christen. Foto: Diakonissenmutterhaus Aidlingen e. V.
Beim Pfingstjugendtreffen in Aidlingen erwarten die Veranstalter auch in diesem Jahr wieder mehr als 10.000 junge Christen. Foto: Diakonissenmutterhaus Aidlingen e. V.

Stuttgart - Das Pfingstfest gilt als Geburtstag der christlichen Kirche und geht auf die Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Jünger 49 Tage nach Jesu Auferstehung, die an Ostern gefeiert wird, zurück. Wir klären die Bedeutung von Pfingsten. Die Geschichte dieses Festes wird in etwa so überliefert:

Es muss eine besondere Atmosphäre geherrscht haben, als vor rund 2000 Jahren die Jünger Jesu nach dessen Himmelfahrt in Jerusalem zusammenkamen. Verängstigt, entmutig und ohne Antrieb versteckten sie sich in einem Gebäude. Die Bibel berichtet im zweiten Kapitel der Apostelgeschichte von einem Brausen, das den gesamten Raum füllte. Danach setzten sich „zerteilte Zungen wie von Feuer“ auf ihre Köpfe und der Heilige Geist wurde auf die Messias-Nachfolger ausgegossen.

In der Folge traten die zwölf Männer an die Öffentlichkeit und begegneten dort vielen Juden, die wegen eines religiösen Festes in die Hauptstadt des heutigen Israels gereist waren. Petrus und seine Begleiter berichteten von Jesu Tod, seiner Auferstehung und der anschließenden Himmelfahrt und berührten mit ihren Worten viele Zuhörer. Diese konnten die Predigt der Apostel, wie die Jünger nach Jesu Auferstehung genannt wurden, verstehen, obwohl sie aus verschiedenen Ländern kamen und verschiedene Sprachen beherrschten.

In der Folge ließen sich viele Menschen taufen – die Bibel spricht von 3000 Personen-, die erste christliche Gemeinde in Jerusalem entstand. Nach der Taufe lebten die Christen in enger Gemeinschaft, feierten das Abendmahl, verkauften ihren Besitz, kümmerten sich um Bedürftige und trafen sich zum Gebet im Tempel.

10.000 junge Christen feiern Pfingsten in Aidlingen

Der Heilige Geist kam nach Jesu Himmelfahrt als Gottes Stellvertreter zu den Menschen. Christen glauben, dass dieser Geist, der Teil des dreieinigen Gottes ist, in ihnen lebt und sie verändert. In seinem Brief an die Christen in Kolossä schreibt der Apostel Paulus deshalb: „Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit“. Nachfolger von Jesus Christus müssten nicht mit eigenen Anstrengungen für einen frommen Lebenswandel sorgen. Vielmehr verändere der Heilige Geist den Gläubigen und sein Verhalten, so Paulus, der vom Christenverfolger zum Jesus-Nachfolger wurde.

Heute nutzen viele Christen die Pfingstfeiertage um gemeinsam über den Glauben zu reden, nachzudenken und Gottesdienste zu feiern. Jugendliche und junge Erwachsene in ganz Deutschland besuchen christliche Veranstaltungen. In Aidlingen (Landkreis Böblingen) veranstaltet das Diakonissenmutterhaus, eine evangelische Schwesternschaft mit derzeit 253 Frauen, das Aidlinger Pfingstjugendtreffen mit mehr als 10.000 Besuchern. Auch dort tritt die Bedeutung von Pfingsten in den Vordergrund und es herrscht während der Feiertage eine besondere Atmosphäre.