Feinstaub-Messung am Neckartor Neue Strategie gegen Pollen

Von Konstantin Schwarz 

Die Pollenplage im April und Mai macht die Daten aus einem Gerät der Feinstaub-Messstation in Stuttgart unbrauchbar. Doch dafür gibt es nun eine Lösung.

Der Sammeltrichter für die Feinstäube hatte zu viele Pollen aufgenommen. Foto: dpa
Der Sammeltrichter für die Feinstäube hatte zu viele Pollen aufgenommen. Foto: dpa

Stuttgart - Der starke Pollenflug im April und Mai auch an der Feinstaub-Messstelle am Neckartor hat keine Auswirkungen auf die Zahl der Tage, an denen der Feinstaub-Grenzwert (50 Mikrogramm im Tagesmittel) überschritten worden ist. Das haben Vertreter der Landesanstalt für Messungen (LUBW) am Mittwoch in Stuttgart bekannt gegeben.

An der bundesweit bekannten Stelle werden zwei Verfahren eingesetzt, um die Feinstaubbelastung zu erfassen. Ein Gerät berechnet die Werte kontinuierlich mit Streulicht. Es dient der tagesaktuellen Information und wurde durch die Pollen nicht beeinflusst. Beim gravimetrischen Referenzverfahren, das den Staub auf täglich gewechselten Filtern sammelt, kam es dagegen vom 12. April bis zum 9. Mai durch starken Pollenflug zu einem „nicht regelkonformen Betrieb“, so die LUBW.

Gerät wird öfter gewartet

Die Pollen, die auf einer mit Silikonfett beschichteten Prallplatte vor dem Filter abgefangen werden, hatten die Schicht teils abgetragen. Pollen und grober Staub konnte dadurch ungehindert auf die Filter gelangen. Beim Vergleich der Anteile verschiedener Feinstaubfraktionen bemerkten die Experten das Problem. Seitdem werden die Platten wöchentlich statt zweiwöchentlich gewechselt.

Für den 12. April bis 9. Mai gelten nun die per Streulicht gemessenen Werte. Dafür wurde ein auch in anderen Bundesländern übliches Kalibrierungsverfahren berücksichtigt. Das Ergebnis: Es gibt für diesen Zeitraum keine Überschreitung. Insgesamt gab es in diesem Jahr bisher 17 Überschreitungstage. Davon kann aber ein Tag, die Überschreitung am 19. März (51 Mikrogramm), abgezogen werden, weil die 50-Mikrogramm-Grenze nach Auswertungen der LUBW durch Streusalz überschritten worden war. Es bleiben also 16 Tage mit zu hoher Feinstaubbelastung.

Auch Salz verursacht Staub

Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte es bereits 39 und bis zum Jahresende 41 Tage mit Überschreitungen am Neckartor gegeben. 2016 waren es sogar 58 gewesen. Maximal zulässig sind pro Jahr 35. Die Möglichkeit, den EU-Grenzwert für Feinstaub einzuhalten, sei rechnerisch in diesem Jahr besser denn je, hieß es bei der Pressekonferenz. Allerdings sei eine Vorhersage unmöglich. Eine längere Phase mit Inversionswetterlage im Winter könnte schnell zu einer großen Zahl von Überschreitungstagen führen.

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