Die Mooswand gegenüber dem Neckartor sieht vertrocknet aus. Sie sei dennoch vital, sagen die Wissenschaftler des Naturkundemuseums.

Stuttgart. - Die versuchsweise gegenüber der Feinstaub-Messstelle am Neckartor für zwei Jahre aufgebaute und zunächst grüne Mooswand hat sich braun gefärbt. Wissenschaftler wollen herausfinden, ob sich Moose dazu eignen, Feinstaub-Partikel zu filtern. Das konnte im Labor nachgewiesen werden. Mit Ergebnissen rechnen die Experten bis Jahresende.

Das Graue Zackenmützenmoos wachse derzeit so, dass es stellenweise an Halt verliere, teilt die Stadtverwaltung mit. Teile sind abgefallen. Experten aus dem Umweltamt und vom Naturkundemuseum wollen die Löcher wieder auffüllen. „Die Moose befinden sich bei hohen sommerlichen Temperaturen in einer witterungsbedingten Trockenstarre. Die Feinstaub-Aufnahme ist zwar reduziert, aber die Moose leben und arbeiten trotzdem“, erklärt Rainer Kapp vom Amt für Umweltschutz.

Naturkundemuseum prüft

Das Museum, das den Projektversuch wissenschaftlich begleitet, überprüft die Vitalität wöchentlich. „Trotz der hohen Temperaturen ist das Moos in einem vitalen Zustand. Es sieht zwar vertrocknet aus, ist es aber nicht“, so Sonja Thielen vom Naturkundemuseum. Im Herbst sollen die 3,6 Tonnen Moos ihren Dienst unter besseren Bedingungen wieder voll aufnehmen. „Schadstoffe können dann wieder besser gebunden werden“, erklärt Kapp. Bis dahin habe das Moos „hitzefrei“. Die Stadt zahlt an dem Versuch 388 000 Euro , das Verkehrsministerium 170 233 Euro.

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