Feinstaub in Stuttgart Warum die B 14 nicht mehr nass gewischt wird

Von Konstantin Schwarz 

In die nächtliche Nassreinigung der Bundesstraße am Neckartor setzte der Gemeinderat die Hoffnung, die Feinstaubbelastung erkennbar reduzieren zu können. Ihr Beitrag blieb aber überschaubar.

Im Januar 2018 war am Neckartor gegen die hohe Feinstaubbelastung demonstriert worden. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Im Januar 2018 war am Neckartor gegen die hohe Feinstaubbelastung demonstriert worden. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Die Landeshauptstadt beendet die nächtliche Nassreinigung rund um den früheren Feinstaub-Hotspot Neckartor. In die umstrittene, 2017 gestartete Maßnahme, waren im letzten Winterhalbjahr nochmals 400 000 Euro geflossen. In diesem Frühjahr hatte die Stadt den Feinstaubalarm, mit dem für den Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn geworben und die Nutzung von Kaminöfen verboten worden war, beendet.

Der Wert führe zu keinem Unterschied bei der Anzahl der Überschreitungstage

Die Prüfgesellschaft Dekra, die in einer Ausschreibung den Zuschlag für die Straßenreinigung erhalten hatte, hat ihren Abschlussbericht vorgelegt. Er zeige „im Vergleich zu den Vorjahren in der Gesamtbetrachtung deutlich weniger starke Indizien für einen positiven Effekt auf die Feinstaubkonzentration durch die Reinigung“, fasst die Verwaltung das Ergebnis für die Stadträte zusammen. Es sei „keine einheitliche Tendenz zwischen den Konzentrationen an Tagen mit Reinigung und Tagen ohne Reinigung erkennbar“, der rechnerische Unterschiedswert liege bei 1,7 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Zum Beginn der Straßenreinigung war die Hoffnung, dass diese die Belastung um bis zu fünf Mikrogramm reduzieren könnte. Der Wert von 1,7 Mikrogramm führe zu keinem Unterschied bei der Anzahl der Überschreitungstage, so die Verwaltung. Der Grenzwert für die Feinstaubbelastung liegt bei 50 Mikrogramm im Tagesmittel, pro Jahr darf er an nicht mehr als 35 Tagen überschritten werden. An der Messstation am Neckartor war dies 2018 an 21 und 2019 an 27 Tagen der Fall. 2020 gab es bisher acht Tage mit Überschreitungen.

Die Zuordnung, welchen Anteil welche Maßnahme hat, ist schwierig

Um Feinstaub und Stickstoffdioxid zu reduzieren, hatten Stadt und Land zeitlich überlappend mehrere Maßnahmen ergriffen. Es wurden Filtersäulen aufgestellt, der Straßenbelag gewechselt und die erlaubte Höchstgeschwindigkeit reduziert, auch gab es den (gescheiterten) Versuch mit einer Mooswand. Welchen Anteil an den Minderungen bei den Schadstoffen welche Maßnahme hat, ist schwierig zuzuordnen. Die Dekra selbst schreibt der Entfernung von Grobpartikeln einen wesentlichen Beitrag zu besseren Messwerten zu.




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