Das Feinstaubproblem hat viel mit dem Wetter im Stuttgarter Talkessel zu tun. Denn oft, vor allem in der kalten Jahreszeit, sorgt die Wetterlage dafür, dass in der Stadt über Tage hinweg kein ausreichender Luftaustausch stattfindet. Und mit der Luft bleibt auch der von Motoren, Öfen oder Industrieanlagen produzierte Feinstaub, die Werte steigen immer weiter, bis sich das Wetter ändert.

 

Der Feinstaubalarm soll das verhindern und wird deshalb ausgelöst, wenn die Wettervorhersage eine solch ungünstige Situation erwarten lässt - und nicht erst, wenn hohe Feinstaubwerte gemessen werden. Dazu wurden verschiedene Kriterien festgelegt, etwa fehlender Regen oder Schneeregen und eine ungünstige Windrichtung.

Schnee hilft dagegen nicht, weil er es laut Deutschem Wetterdienst nicht schafft, den Feinstaub aus der Luft zu waschen. Gemessen wird die Feinstaubbelastung mit Filtern, durch die Luft gepresst wird. Der Feinstaub bleibt darin hängen.

Um kontinuierlich Daten zur Verfügung zu haben, werden die Partikel mit einer speziellen Methode direkt im Gerät gezählt und übermittelt. Weil dabei allerdings leichte Abweichungen möglich sind, ist die Methode rechtlich nicht verbindlich. Etwa alle zwei Wochen werden die Filter deshalb aus der Messstation geholt und im Labor exakt analysiert.

Der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft darf an höchstens 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Der Jahresmittelwert darf höchstens 40 Mikrogramm je Kubikmeter betragen. Je feiner ein Staubteilchen ist, desto tiefer kann es in die Atmungsorgane eindringen und dort Schäden verursachen.

Wenn es um ganz genaue Zahlen geht, reicht es nicht, eine gute Waage zu besitzen. Johrden weist auf die vielen Drahtgestelle im Regal, in denen noch unbearbeitete Proben liegen. Filterpapier ist hygroskopisch, es zieht Feuchtigkeit an. Würde man es auf den Balkon legen, würde es immer schwerer werden. Daher bleiben alle Proben erstmal mindestens zwei Tage in der auf konstant knapp 50 Prozent Luftfeuchtigkeit und 20 Grad Temperatur eingestellten Laborluft liegen. Zum Vergleich wird immer auch ein unbestaubter Filter gewogen.

Creutznacher öffnet die Tür zu einem weiterem mit Technik vollgestopften Raum, nicht ganz so groß wie das Labor, in dem die Klimaanlage lärmt, die exaktes Arbeiten erst möglich macht. „Besonders anspruchsvoll ist die Steuerung“, sagt der promovierte Laborchef. Die stamme aus Baden-Württemberg und reagiere schon, wenn ein Mensch das Labor betrete. Aber auch, wenn im Sommer 39 Grad warme und fast 100 Prozent feuchte Luft durchs Rheintal wabert, garantiert die stromfressende Maschine exakte Ergebnisse.

Auch die Verursacher werden ermittelt

Was weder Johrden noch Creutznacher alleine aus den Wägeergebnissen sagen können: Wie setzt sich der Feinstaub auf den Filtern zusammen? Welchen Anteil hat der Verkehr, welchen Kaminöfen oder Industrie? Was ist naturbedingt?

Es gibt Möglichkeiten, den einzelnen Bestandteilen auf die Spur zu kommen. Das gelingt für Holzfeuerung zum Beispiel über den Nachweis von Kaliumionen oder der Verbindung Levoglucosan, die bei der Verbrennung von Zellulose entsteht. Auch diese Analysen werden in Laboren der LUBW gemacht.

Laut Angaben des Umweltbundesamtes besteht Feinstaub aus einer komplexen Mischung fester und flüssiger Partikel. Ihr Durchmesser beträgt weniger als 10 Mikrometer (tausendstel Millimeter). Seit 2005 gelten europaweit einheitliche Grenzwerte.

Feinstaubalarm - Was wird gemessen, wie und warum?

Das Feinstaubproblem hat viel mit dem Wetter im Stuttgarter Talkessel zu tun. Denn oft, vor allem in der kalten Jahreszeit, sorgt die Wetterlage dafür, dass in der Stadt über Tage hinweg kein ausreichender Luftaustausch stattfindet. Und mit der Luft bleibt auch der von Motoren, Öfen oder Industrieanlagen produzierte Feinstaub, die Werte steigen immer weiter, bis sich das Wetter ändert.

Der Feinstaubalarm soll das verhindern und wird deshalb ausgelöst, wenn die Wettervorhersage eine solch ungünstige Situation erwarten lässt - und nicht erst, wenn hohe Feinstaubwerte gemessen werden. Dazu wurden verschiedene Kriterien festgelegt, etwa fehlender Regen oder Schneeregen und eine ungünstige Windrichtung.

Schnee hilft dagegen nicht, weil er es laut Deutschem Wetterdienst nicht schafft, den Feinstaub aus der Luft zu waschen. Gemessen wird die Feinstaubbelastung mit Filtern, durch die Luft gepresst wird. Der Feinstaub bleibt darin hängen.

Um kontinuierlich Daten zur Verfügung zu haben, werden die Partikel mit einer speziellen Methode direkt im Gerät gezählt und übermittelt. Weil dabei allerdings leichte Abweichungen möglich sind, ist die Methode rechtlich nicht verbindlich. Etwa alle zwei Wochen werden die Filter deshalb aus der Messstation geholt und im Labor exakt analysiert.

Der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm je Kubikmeter Luft darf an höchstens 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Der Jahresmittelwert darf höchstens 40 Mikrogramm je Kubikmeter betragen. Je feiner ein Staubteilchen ist, desto tiefer kann es in die Atmungsorgane eindringen und dort Schäden verursachen.