Feinstaub-Problem in Stuttgart Umweltschützer fordern Verkehrsbeschränkungen

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Nach dem Blauen Feinstaub-Brief aus Brüssel fordern die Stuttgarter Umwelt- und Verkehrsverbände rasche und erfolgreiche Schritte gegen die weit überhöhten Feinstaubwerte in der Landeshauptstadt.

Stuttgarter Umwelt- und Verkehrsverbände   haben auf den Feinstaub-Brief aus Brüssel reagiert. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski
Stuttgarter Umwelt- und Verkehrsverbände haben auf den Feinstaub-Brief aus Brüssel reagiert. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Stuttgart - Nach dem blauen Feinstaub-Brief aus Brüssel fordern die Stuttgarter Umwelt- und Verkehrsverbände rasche und erfolgreiche Schritte gegen die weit überhöhten Feinstaubwerte in der Landeshauptstadt.

Wie berichtet, hat Deutschland wegen der in Stuttgart und Leipzig seit zehn Jahren überschrittenen Schadstoffkonzentrationen Ende November ein umfangreiches Schreiben aus Brüssel erhalten. Die EU-Kommission erwartet bis Ende Januar einen Katalog mit wirkungsvollen Maßnahmen gegen die krebserregenden Partikelschwaden. „In Stuttgart muss ganz rasch etwas passieren, um die Feinstaubgrenzwerte endlich einzuhalten“, betont Gerhard Pfeifer, Regionalgeschäftsführer beim Bund für Umweltschutz Deutschland (BUND). Die EU-Kommission habe dem Gesundheitsschutz höchste Priorität eingeräumt.

Gemeinsam mit dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), dem Klima- und Umweltbündnis (KUS) sowie der Bürgerinitiative Neckartor verlangt der BUND vom Stuttgarter Regierungspräsidium die von dem Umweltbündnis geforderten Maßnahmen in die neue Fassung des Luftreinhalteplans aufzunehmen. Die Umweltschützer verlangen eine „drastische Begrenzung der Verkehrsmengen in der Innenstadt“. Außerdem müsse das Parkraummanagement sofort in der gesamten City und in Bad Cannstatt umgesetzt werden und Tempo 40 so rasch wie möglich auf allen Steigungsstrecken in der Stadt gelten. „Außerdem sind die Parkgebühren spürbar anzuheben und Fahrbahnen zugunsten von Fußgängern und Radfahrern zurückzubauen“, so Pfeifer. Künftig müsse es tagesaktuelle Messwerte vom Neckartor geben, damit die Bürger bei hohen Schadstoffwerten zeitnah auf den Nahverkehr umsteigen könnten. Auch einen Ausbau der auf Stuttgart zuführenden Autobahnen und Bundesstraßen dürfe es nicht mehr geben. „Diese Maßnahmen sind mehr oder weniger sofort umsetzbar“, sagt KUS-Sprecher Kurt Henzler.

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