Feinstaubalarm Fruchten die Appelle an die Autofahrer?

Von Thomas Braun 

   

Wirkungen Ob die Appelle an Autofahrer und Kaminbesitzer fruchten, daran haben Experten erhebliche Zweifel – zumal es durchaus möglich ist, dass der Alarm trotz Überschreitung der EU-Grenzwerte nicht ausgelöst wird, weil die Wetterlage nicht feinstaubverdächtig ist. Die EU hat bereits mit Sanktionen gedroht, sollten die bis­her  beschlossenen Luftreinhaltepläne die Schadstoffkonzentration nicht reduzieren. Entsprechende Strafzahlungen hätte freilich das für die Luftreinhaltung verantwortliche Bundesland zu tragen.

       

Am 13. März dieses Jahres finden bekanntlich Landtagswahlen in Baden-Württemberg statt. Die neu gewählte Regierung steht dann in der Pflicht, die Luftqualität rasch zu verbessern. Und auch der grüne OB Fritz Kuhn, vor drei Jahren mit dem Wahlversprechen angetreten, die Feinstaubbelastung wirksam zu reduzieren, wird nicht umhinkommen, in der Hauptstadt des Automobils drastischere Maßnahmen zu verhängen.

Fünf Kriterien für eine austauscharme Wetterlage

Alarm
: Wenn an mindestens zwei Tagen ein sogenanntes stark eingeschränktes Austauschvermögen der Atmosphäre erwartet wird, wird künftig Feinstaubalarm ausgelöst. Dabei müssen mehrere Kriterien erfüllt sein.

Kriterien
: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert die Wetterentwicklung. Dabei gibt es fünf Punkte zu berücksichtigen: Am Prognosetag und zwei Tage zuvor gab es keinen Regen/Schneeregen; der Wind kommt aus nordwestlicher bis südlicher Richtung; der Temperaturunterschied zwischen Boden und Inversionsschicht beträgt mehr als fünf Grad; der Wind weht im Mittel langsamer als drei Meter pro Sekunde.

Bewertung
: Das Austauschvermögen der Atmosphäre wird als stark eingeschränkt eingestuft, wenn vier der fünf Kriterien erfüllt sind (zwingend: fehlender Regen und ungünstige Windrichtung). Dann gibt es Feinstaubalarm.

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