Feinstaubalarm in Stuttgart Mit Kinderticket gegen Feinstaub

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Von Donnerstag an gilt in Stuttgart wieder Feinstaubalarm. Das Rathaus appelliert an die Bürger, Bus und Bahn zum halben Preis zu nutzen. Derweil kritisiert die Junge Union OB Fritz Kuhn scharf.

Ab Donnerstag gilt wieder Feinstaubalarm in Stuttgart. Foto: dpa 12 Bilder
Ab Donnerstag gilt wieder Feinstaubalarm in Stuttgart. Foto: dpa

Stuttgart - Von diesem Donnerstag an gilt in Stuttgart wieder der freiwillige Feinstaubalarm. Damit soll bei der mindestens für Donnerstag und Freitag erwarteten austauscharmen Wetterlage die Belastung mit Feinstaub und Stickstoffdioxiden verringert werden. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass die Grenzwerte überschritten würden, heißt es im Stuttgarter Rathaus. Die Stadt und das Land appellieren an die Bürger in Stuttgart und der Region, das Auto stehen zu lassen und auch sogenannte Komfort-Kamine nicht zu benutzen. Autofahrer sollen zum halben Preis (Kinderticket) auf den Nahverkehr umsteigen, das Fahrrad benutzen oder zu Fuß zu gehen. Auch Fahrgemeinschaften seien ein sinnvolles Mittel, um den Individualverkehr zu reduzieren.

Auch der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) fordert die Bürger in der Region auf, Fahrrad sowie Bus und Bahn zu benutzen. Es nütze nichts, nur über die zu hohe Belastung zu reden. Jetzt müsse jeder handeln. Der ADAC spricht sich ebenfalls dafür aus, an den kritischen Tagen mit Bus und Bahn zu fahren. Dann gebe es eine große Chance, unter dem Grenzwert zu bleiben. Denn die Überschreitungen lägen in diesem Jahr meistens nur gering über dem zulässigen Limit. Durch das Umsteigen auf den Nahverkehr, auf Pedelecs sowie der Bildung von Fahrgemeinschaften könne man unter dem Feinstaub-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft bleiben.

Junge Union kritisiert OB Kuhn scharf

„Wir möchten Fahrverbote vermeiden“, betont der VVS-Geschäftsführer Horst Stammler. Mit dem Feinstaub-Ticket zum halben Preis mache der Verbund den Autofahrern aus der Region ein Angebot, bei einem Feinstaubalarm auf den Nahverkehr umzusteigen. „Damit kann jeder einen persönlichen Beitrag leisten, die Luft im Stuttgarter Kessel wieder sauberer zu machen“, ergänzt der VVS-Manager Thomas Hachenberger.

Scharfe Kritik formuliert hingegen die Junge Union (JU): „Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat die Stadt Stuttgart wieder einmal dem Spott der halben Welt ausgesetzt, indem er erneut Feinstaubalarm ausgelöst hat“, heißt es in einer Presseerklärung der JU. Die wirkungslose Verschwendung von Steuergeld sei nur ein kläglicher Versuch Kuhns, von seinem Nichtstun abzulenken. „Kuhn löst lediglich Peinlichkeits-Alarm aus“, erklärt der JU-Kreisvorsitzende Maximilian Mörseburg. Der OB habe bis jetzt nicht einmal intelligente Ampelschaltungen realisiert.

CDU sagt Nein zum Tempo 80

Die CDU im Land und im Stuttgarter Gemeinderat lehnt die Forderung der Grünen-Fraktion nach Tempo 80 auf der Autobahn  8 während eines Feinstaubalarms kategorisch ab: „Das ist absurd“, betonen der Fraktionsvorsitzende Alexander Kotz und der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion Felix Schreiner. Man sei aber grundsätzlich allen sinnvollen und verhältnismäßigen Maßnahmen gegenüber aufgeschlossen. „Realitätsfremde Forderungen wie die der der Grünen sorgen aber allenfalls für dicke Luft bei den betroffenen Pendlern“, so Kotz.

Sonderthemen