Feinstaubalarm Kein Silvester-Feuerwerk für bessere Luft

Von Jürgen Löhle 

Der Alarm geht weiter und ein Ende ist nach wie vor nicht in Sicht. Zum Schutz der Luft fordert der Bund für Unwelt und Naturschutz Deutschel ein Verbot des Silvesterfeuerwerks.

Ein Feuerwerk für alle, statt jeder für sich Foto: 7aktuell.de | Andreas Friedrichs
Ein Feuerwerk für alle, statt jeder für sich Foto: 7aktuell.de | Andreas Friedrichs

Stuttgart - Meteorologen haben derzeit einen langweiligen Job. Seit Tagen ändern sich an der stabilen Wetterlage in Stuttgart allenfalls Nuancen. Grundsätzlich bleibt es aber bei der stabilen und austauscharmen Wetterlage. Daher bleibt auch der Feinstaubalarm weiter bestehen, das Ende ist offen. Am Samstag und am Sonntag blieben die Werte zwar mit 49 beziehungsweise 32 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft zwar unter dem Grenzwert von 50, seit Montag steigen sie aber wieder. Und so ist auch die Tendenz.

Über Sinn oder Unsinn des Alarms wird derweil wieder vermehrt diskutiert. Im Gemeinderat gibt es dazu schon lange unterschiedliche Meinungen. Während OB Fritz Kuhn (Grüne) immer wieder betont, dass die Zahl der Alarmtage hinter der von 2015 liege und dies auch auf die Einsicht eines Teils der Autofahrer zurückführt, hat die CDU-Fraktion daran schon lange Zweifel. Mehr noch – dadurch, dass der Alarm mittlerweile nahezu Alltag sei, würde die eh schon geringe Bereitschaft der Bürger, das Auto stehen oder den Komfortofen aus zu lassen eher noch geringer werden. Fraktionschef Alexander Kotz beklagt zudem schon lange den Imageschaden, den die Stadt seiner Meinung nach durch den Begriff Feinstaubalarm erleiden würde.

CDU will von OB Kuhn einen Plan B

Die CDU-Fraktion hat jetzt eine Anfrage an den OB gerichtet, welche Ideen er über Appelle und verbilligte VVS-Tickets hinaus habe und wie konkret ein Plan B des Landes und der Stadt für 2018 aussehe, wenn auch 2017 die EU-Grenzwerte überschritten werden. Außerdem ist die CDU der Meinung, dass ohne neue Ideen das „Projekt Feinstaubalarm beendet werden sollte.“ Kuhn soll nach Willen der Christdemokraten präzise werden. Gegenüber dieser Zeitung hatte der OB jüngst erklärt: „Entweder werden die Grenzwerte 2017 eingehalten, oder das Land reagiert ordnungspolitisch bis hin zu Verboten.“ Genauer will er „im ersten Quartal 2017“ werden.

Sicher ist dagegen schon eines: Auch am 1. Januar 2017 wird der Feinstaub-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gerissen werden – und zwar deutlich. Die vergangenen vier Jahre war Neujahr stets der Tag mit den höchsten Feinstaubwerten im ganzen Jahr. Der Grund ist das Feuerwerk, das die Werte stabil über 100 Mikrogramm, am 1. Januar 2016 sogar auf stolze 170 Mikrogramm steigen ließ.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) regt deshalb ein Verbot für privates Feuerwerk an. Statt dessen solle die Stadt den Bürgern ein zentrales Feuerwerk anbieten. Auf diese Idee geht die Stadt nicht näher ein, lässt aber auf Anfrage wissen, dass ein freiwilliger Verzicht auf Feuerwerkskörper zum Nutzen für die Stuttgarter Luft löblich sei. Dass dies mehr Befürworter findet wie der freiwillige Autoverzicht ist nicht sehr wahrscheinlich.

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