Feldberg Neuer Anlauf zum Parkhaus

Die Computergrafik zeigt, wie das Feldbergparkhaus aussehen könnte. Foto: StZ
Die Computergrafik zeigt, wie das Feldbergparkhaus aussehen könnte. Foto: StZ

Der Bürgermeister der Gemeinde Feldberg will, dass Anwohner und Skifahrer komfortabler parken können. Doch das Regierungspräsidium ist skeptisch. Jetzt will der Bürgermeister das Parkhaus allein bauen – mit Hilfe eines Stuttgarter Projektentwicklers.

Baden-Württemberg: Heinz Siebold (sie)
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Feldberg - Nach zwei gescheiterten Anläufen will der Bürgermeister der Gemeinde Feldberg (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) das Parkhaus auf dem Schwarzwaldgipfel von einem privaten Investor aus Stuttgart bauen lassen. Noch unter der alten Landesregierung hatte Stefan Wirbser (CDU) für bereits greifbar nahe gerückte Fördergelder doch noch abschlägige Bescheide bekommen. Zuletzt schienen der Gemeinde am Berg des größten Skizirkus im Lande rund drei Millionen Euro aus dem kommunalen Investitionsfonds sicher. Doch dann musste nach einem Planungspatzer neu ausgeschrieben werden, und dann kam der Regierungswechsel – und die Nachricht, dass die grün-rote Landesregierung nichts geben werde.

Mitten in der Wintersaison spielt Bürgermeister Wirbser, zugleich Vorsitzender des Schwarzwälder Skiverbandes, eine neue Karte: Er habe den Stuttgarter Projektentwickler Omega für das aus seiner Sicht unverzichtbare Parkhaus unterhalb des Seebucks gewonnen. Ursprünglich war vorgesehen, das Parkhaus für rund 1300 Plätze teilweise unter die Erde zu legen und flach dem Gelände anzupassen. Die Skizze eines Hamburger Planungsbüros zeichnet alle Geschosse oberirdisch, insgesamt 26 Meter hoch. Genaues weiß man aber noch nicht, der Chef von Omega, Karl-F. Kemmler, sei derzeit im Jahresurlaub in Asien und stehe erst Ende März für Stellungnahmen zur Verfügung, wimmelt die Stuttgarter Zentrale Anfragen ab. Omega habe viel Erfahrung mit großen Gewerbeimmobilien und Parkhäusern etwa in Leipzig.

Regierungspräsidium dämpft die Erwartungen

„Ein Bau von einer solchen Dimension kann nicht einfach durchgewunken werden, dazu braucht es einen qualifizierten Bebauungsplan“, dämpft Joachim Müller-Bremberger, der Sprecher des Regierungspräsidiums Freiburg, die Hoffnung auf baldigen Baubeginn. Genehmigungsbehörde für den Bau ist der Landkreis, das Regierungspräsidium prüft die naturschutzrechtlichen Belange. Am 8. August letzten Jahres wurde von Omega eine Planungsskizze vorgelegt. Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer war von Bürgermeister Wirbser am 7. November 2012 anlässlich der Sitzung des Runden Tisches zum Feldbergtourismus informiert worden. In dieser Runde treffen sich die Regierungspräsidentin, die Landrätin und die Bürgermeister der Feldberggemeinden mit Verbänden, um „ein Konzept zur nachhaltigen Entwicklung der Sporttourismus-Destination Feldberg“ zu entwickeln.

Die Gesprächsrunde wurde nach Ablehnung der Fördermittel ins Leben gerufen. Kritiker halten sie für eine Beruhigungs­pille. Zurzeit läuft im Internet unter www.projekt-feldberg.de eine groß angelegte Umfrage. Im Februar sollen erste Ergebnisse vorliegen, doch das Schlussgutachten könnte bis 2014 brauchen.

Nicht reden, sondern handeln, ist Wirbsers Devise

Wie sich das Schaffen von Fakten mit dem ergebnisoffenen Diskurs am Runden Tisch verträgt, bei dem es vor allem auch um Verkehrskonzepte zur Vermeidung der bekannten Staus auf der Gipfelstraße geht, kommentieren die Beteiligten ungern. Die Regierungspräsidentin weiß schon lange, dass der Feldberger Bürgermeister unbedingt sein Parkhaus will. Der wiederum sagt: „Schön, wenn man spricht, aber wenn man danach kein Geld in die Hand nimmt, bringt das nichts.“

Nicht reden, sondern handeln, ist Wirbsers Devise, möglichst bald will er die Parkhauspläne genehmigt und den Spaten zum Stich parat haben. Nach seiner Auffassung ist auf dem Feldberg genug Platz für Naturschutz, Sommer- und Skitourismus zugleich. Nach seinen Plänen sollen in den nächsten Jahren 30 Millionen Euro in den „touristischen Leuchtturm“ investiert werden, außer für das Parkhaus auch in eine neue Liftanlage mit höherer Kapazität. Das wäre insofern praktisch, als die Skifahrer für das Parkhaus mitzahlen sollen. Zwei Euro mehr pro Karte brächten eine gute Million Euro zu den bislang nicht bezifferten Baukosten.

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