Das Ziel ist Frieden zwischen Spaziergängern, Radlern und Bauern: Eine sogenannte Bankett-Fräse hat die Ränder der Feldwege rund um Stuttgart-Plieningen abgeschabt. Damit soll ein emotional geführter Streit beendet werden.

Filderzeitung: Judith A. Sägesser (ana)

Plieningen - Nun kann Michael Gehrung wieder stolz sein auf die Feldwege rund um Plieningen. Der landwirtschaftliche Obmann klingt zufrieden, während er von der Bankett-Fräse berichtet und was sie innerhalb von zwei Tagen geleistet hat. Für alle, die sich unter diesem Gerätenamen zunächst nichts vorstellen können: Eine Bankett-Fräse schabt die Ränder an Feldwegen ab, Dreck und Gras werden dabei abgehobelt. Der Grund: So kann das Regenwasser vom Feldweg in die Äcker abfließen. Tut es das nicht, sammelt es sich in der Wegmitte und verursacht Pfützen und letztlich eine Holperpiste.

Eben diese Holperpisten waren in den vergangenen Wochen Thema im Stadtbezirk Plieningen. Spaziergänger und Radfahrer echauffierten sich über den Zustand der Wege; sie seien eine Gefahr für all jene, die zu Fuß oder auf dem Radsattel unterwegs seien. Ein Radfahrer hatte unserer Zeitung sogar berichtet, dass er sich bei einem Sturz verletzt hatte. Schuld war seines Erachtens der schlammige Untergrund. Der Bauer Michael Gehrung als Obmann machte damals keinen Hehl daraus, dass es ein paar wenige Kollegen gebe, die die Routen nach dem Geschäft auf dem Acker nicht säubern würden.

Es sei nun auch leichter für die Landwirte

Nachdem nun die Bankett-Fräse rund um Plieningen unterwegs gewesen ist, soll alles besser werden. So jedenfalls ist Gehrung zu verstehen. „Das ist 20, 30 Jahre nicht mehr gemacht worden“, sagt er. Er geht davon aus, dass sich Spaziergänger, Radler und Bauern nun mindestens fünf, sechs Jahre nicht mehr in die Haare kriegen. „Wobei, eigentlich muss das jetzt länger halten“, sagt er. Nach den Fräsarbeiten sei es für die örtlichen Landwirte nun leichter, die Feldwege zu pflegen. „Das war vorher nicht möglich“, sagt er.

Die Kosten für diese Aufräumaktion der besonderen Art trägt die Stadt Stuttgart. Sie liegen bei rund 5000 Euro, erklärt Klaus Hofmann vom städtischen Tiefbauamt. Hofmann spricht von einem Pilotversuch in Plieningen. „Die Idee hierzu kam von Herrn Gehrung, weil wir gemeinsam nach Verbesserungsmöglichkeiten für die Problematik der Pfützen und der Verschlammung auf den Feldwegen gesucht haben“, erklärt Hofmann.

Wie lange die Fräs-Aktion Wirkung zeigt, kann übrigens auch der Stuttgarter Tiefbauer nicht genau abschätzen. „Uns liegen hierzu noch keine längerfristigen Erfahrungen vor“, sagt er.

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