Am Donnerstag, 25. September 2025, um 19 Uhr wird in der Galerie der Stadt Fellbach eine Ausstellung mit Arbeiten von Joachim Dunkel eröffnet. Nach der Begrüßung durch Galerieleiter Dr. Heribert Sautter führt der Historiker Dr. Michael Davidis (Marbach am Neckar) in die Ausstellung ein.

In einer Zeit zunehmender Krisen gewinnt das Werk vieler Künstler, die ihre Prägung im Zweiten Weltkrieg und in der unmittelbaren Nachkriegszeit erfahren haben, neue Aktualität. Zu ihnen zählt auch Joachim Dunkel als Angehöriger eines durch Kriegseinsatz und Gefangenschaft traumatisierten Jahrgangs und einer Generation von Kunststudenten der ersten Nachkriegsjahre, in deren Ausbildungsgang sich die Spaltung Deutschlands widerspiegelt. Zusammen mit seinen Lehrern Eva Schwimmer und Bernhard Heiliger wechselte er 1948 von der Ostberliner an die Westberliner Akademie, wo er 1974 selbst eine Professur übernahm.

 

Die Entstehungszeit von Dunkels umfangreichem, vielfältigem Werk deckt sich fast exakt mit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zunächst an expressionistische Gestaltungsweisen anknüpfend, bleibt der Künstler über fünf Schaffensjahrzehnte dem Gegenständlichen treu. Auf der Basis genauen Studiums der Natur, des menschlichen, vor allem des weiblichen Körpers, aber auch der Tierwelt, insbesondere von Pferd und Stier, gelangt er zu einer stupenden Freiheit der Darstellung. Jeglicher Modeströmung abgeneigt, alles Unverbindlich-Gefällige verachtend, bewahrt er sich zeitlebens die Lust am Experiment, die Frische der Improvisation.

Biblische und antike Mythen, daraus vorwiegend düstere Themen wie der Trojanische Krieg oder die Kreuzigung, fordern Dunkel immer wieder zu neuen, eigenständigen Interpretationen heraus. Mischwesen wie Mino-taurus und Kentaur treten geradezu leitmotivisch in Erscheinung. Eine Reihe mehrmals überarbeiteter und variierter plastischer Selbstportraits zeigen einen bei aller Verletzlichkeit und Gespaltenheit letztlich doch selbstsicheren Einzelgänger. Dunkels 100. Geburtstag bietet einen willkommenen Anlass, diesen als Bildhauer, Zeichner und Holzschneider gleichermaßen bedeutenden Berliner Künstler in Fellbach vorzustellen.

Ort: Galerie der Stadt Fellbach, Marktplatz 4

Dauer: bis 9.11.2025

Öffnungszeiten: Di bis So 14 bis 18 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen: Stadt Fellbach – Kulturamt, Hintere Straße 16,

70734 Fellbach, Telefon 0711/5851-364, E-Mail: kulturamt@fellbach.de

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