Fellbach Corona-Kontrolle auf der SDK-Baustelle

Stillstand: Bei Fellbachs größter Baustelle für die neue SDK-Zentrale an der Lise-Meitner-Straße. Foto: Patricia Sigerist
Stillstand: Bei Fellbachs größter Baustelle für die neue SDK-Zentrale an der Lise-Meitner-Straße. Foto: Patricia Sigerist

Wegen eines Verdachtsfalls auf einer anderen Baustelle des Generalunternehmers hat die Versicherung auch in Fellbach Tests veranlasst. Das hat Folgen.

Fellbach - Kein Piepsen beim Rückwärtsfahren, kein Brummen bei der Anlieferung durch Lastwagen, keine dröhnenden Maschinen und keine lautstarken Kommandos, keine schwenkenden Kräne und keine erdverdrängenden Baggerfahrer: Wenn auf der aktuell größten Baustelle Fellbachs statt des Lärms der vergangenen Monate eine zweitägige Stille herrscht, dann fällt das dort wohnenden Nachbarn ebenso auf wie flanierenden Büroangestellten in der Mittagspause oder den zahlreichen Gassigehern.

Die Recherche fängt, wegen der Vermutung einer größeren Aktion, bei der Zollbehörde an

Und wenn dann auch noch ein Auto der sogenannten Blaulichtfraktion an der Einfahrt zur riesigen Baugrube steht (Aufschrift: Polizeibehörde), zudem mehrere erkennbar aus Behörden stammende Offizielle auf dem Gehweg der Lise-Meitner-Straße plaudern und gleichzeitig die Bauarbeiter vor ihren grünen Containern umherwuseln und Papiere vorzeigen – dann ist es eben nicht jener Alltag, wie er in den vergangenen Monaten herrschte.

Doch so stellt sich aktuell die Situation auf der Baustelle der Süddeutschen Krankenversicherung (SDK) nördlich des Bahnhofs dar. Hier sind Kontrolleure am Werk. Aber warum? Die Recherche fängt, wegen der Vermutung einer größeren Aktion, bei der Zollbehörde an. Doch auf die Nachfrage teilt deren Pressesprecher Thomas Seemann alsbald mit, „dass es sich bei der Maßnahme bei der SDK um keine Maßnahme der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls handelte und auch keine Beamten des Hauptzollamts Stuttgart vor Ort waren“.

Vielmehr gebe es einen Corona-Verdachtsfall

Nun, die Autoaufschrift „Polizeibehörde“ bringt einen weiter – nämlich ins Fellbacher Rathaus. Dort wird man allerdings prompt ans Gesundheitsamt verwiesen, das seinen Sitz im Waiblinger Landratsamt hat. Die dortige Kreisbehördensprecherin stellt zunächst klar, dass es sich entgegen der Journalistenvermutung keineswegs um eine „Razzia“ handele. Vielmehr sei die SDK auf das Gesundheitsamt zugekommen, und die Stadt Fellbach mit ihrer Ordnungsbehörde sowie die Kreisbeamten seien lediglich „zur Unterstützung“ ausgerückt.

Schließlich landen wir bei der richtigen Stelle – direkt bei der SDK. Deren Sprecherin Karin Ebinger bestätigt, was schon die Landkreis-Kollegin erläutert hat, dass es sich eben keineswegs um „eine Razzia“ handle. Vielmehr gebe es einen Corona-Verdachtsfall. Allerdings nicht auf der Großbaustelle zur neuen Zentrale in Fellbach, sondern auf der Baustelle eines Nachunternehmers des Generalunternehmers BAM, der die SDK-Baustelle betreut. „Wir haben den Test nun vorsorglich angesetzt, weil jener Mitarbeiter der anderen Baustelle zwar nicht selbst auf unserer Baustelle war, aber Kontakt hatte mit Mitarbeitern, die hier in Fellbach arbeiten“, sagt Karin Ebinger. Aus diesem Grund habe man den Betrieb auf der Fellbacher Baustelle unterbrochen – mit den Ergebnissen der Tests sei die SDK dann „auf der sicheren Seite“.

Die Auswertung der Tests sollte am Dienstag vorliegen. Der BAM-Standortleiter Stuttgart, Stephan Klamert, erklärte vor Redaktionsschluss auf Nachfrage, dass er „jede Stunde“ die Ergebnisse erwarte. Er gehe davon aus, dass „alle negativ getestet“ wurden und somit der Betrieb auf der Baustelle diesen Mittwoch weitergehen könne. Auch die SDK-Sprecherin Karin Ebinger geht davon aus, dass es keine größeren Verzögerungen gibt. Der Neubau von Fellbachs größtem Gewerbesteuerzahler – knapp 550 Mitarbeiter sollen in dem modernen Bürogebäude verbesserte Arbeitsbedingungen bekommen – soll nach dem bisherigen Zeitplan zum Jahresende 2021 zur Verfügung stehen.




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