Fellbach Ende des Fastens bei der Fiesta

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Bei der 40. Auflage des internationalen Fests hat nur die Sonne wenig Lust vorbeizuschauen. Grauer Himmel und auch mal ein Schauer trübten die Stimmung bei den Besuchern und den zahlreichen Akteuren nicht.

Bei der 40. Auflage des internationalen Fests  hat nur die Sonne wenig  Lust vorbeizuschauen. Foto: Patricia Sigerist 30 Bilder
Bei der 40. Auflage des internationalen Fests hat nur die Sonne wenig Lust vorbeizuschauen. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Wenn der Ramadan auf eines der beliebtesten Feste in Fellbach fällt, dann wird die Party noch größer und schöner als sonst. Die Jubiläums-Fiesta-International am Wochenende fiel zum zweiten Mal in ihrer 40-jährigen Geschichte mit dem Fastenmonat der Muslime zusammen. Die Gastgeber, Fellbacher Bürger mit Migrationshintergrund, und die Stadt haben die multi-kulturelle Veranstaltung deswegen aber nicht abgesagt, sondern einfach erweitert. Sie verlängerten die Bewirtungszeiten und luden am Samstag nach Sonnenuntergang zum gemeinsamen Fastenbrechen ein.

Ramadan und die Fiesta als Bereicherung

Dass die Fiesta nicht ohne den Türkischen Verein gefeiert werden könne, der von Anfang an dabei ist, sei immer klar gewesen, sagte Oberbürgermeister Christoph Palm. „Also nutzen wir den Ramadan und die Fiesta, um uns alle zu bereichern.“ Pünktlich um 21.38 Uhr nahmen der türkische Generalkonsul Ahmet Akinti, der kosovarische Konsul Faket Kajtazi und der Fellbacher OB an der langen Tafel Platz. Wenig später wurde eine Vielzahl von Köstlichkeiten serviert, und alle ließen es sich schmecken. Es sei ein besonderes Zeichen, wenn zwei Staaten ihre höchsten Vertreter nach Fellbach schickten, sagte der OB. „Wir wissen das als besonderes Symbol und Ehre zu schätzen.“

Die Sonne ließ sich am Samstag nicht auf der Fiesta International blicken, ansonsten schien fast ganz Fellbach auf den Beinen zu sein. Grauer Himmel und auch mal ein Schauer trübten die Stimmung nicht. Die Sitzgelegenheiten im Atrium der Schwabenlandhalle waren an allen Tagen nahezu ausgeschöpft, überall spielte die Musik, und es wurde getanzt. An die 20 Vereine und Initiativen repräsentierten jeweils ihr Land bei der 40. Auflage des kulinarischen Kulturenfestes. Die USA schickten in diesem Jahr immerhin zwei Vertreter. Zum einen die „Amerikanischen Bürger aus Fellbach“, die sich 2012 eigens formiert hatten, um bei der Fiesta mitzumachen, zum anderen die American Footballer des SV Fellbach. Die Warriors setzten voller Optimismus auf einen „Sommerdrink“ namens Melting Pot. Bei schlechterem Wetter sorge der Cocktail mit einer Mischung aus Rotwein, Brandy, Cointreau und Cassislikör genauso gut dafür, dass einem innerlich warm werde, sagte Barmann Matthias Reichert.

Afrikaner dreifach engagiert

Die Afrikaner waren sogar gleich dreifach engagiert. Der Verein Liboke, ein Zusammenschluss von Menschen aus Angola, dem Kongo und Deutschland, ist seit zehn Jahren Mitglied der Fiesta-Familie. Ndwenga unterstützt hilfsbedürftige Menschen im Kongo und beteiligt sich auch schon seit 2011 am gemeinsamen Feiern. Zum ersten Mal aber hieß es im Atrium „Kushe“, das heißt „Hallo“ auf Krio, einer auf dem Englischen basierenden Sprache, die von vielen Menschen in Sierra Leone gesprochen wird. Der Fellbacher Verein „Feed our People Campaign“ wurde von Lucy Tengbeh gegründet, um den Menschen in dem von Ebola verwüsteten Land zu helfen. Das taten sie nicht nur mit Bananenbällchen und Gingerbeer, sondern auch mit dem Erlös aus dem Verkauf von Losen. Denn zusätzlich zu Festschrift und Fotoausstellung wurde anlässlich des 40. Geburtstags – wie in den Anfangsjahren der Fiesta – eine Tombola organisiert.




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