Fellbach Für europäischen Museumspreis nominiert

Von lin 

Das Stadtmuseum mit dem Mörike-Kabinett ist in der engeren Auswahl für EMYA, eine internationale Auszeichnung.

Das Konzept des Stadtmuseums  mit Mörike-Kabinett hat die Foto: Sigerist
Das Konzept des Stadtmuseums mit Mörike-Kabinett hat die Foto: Sigerist

Fellbach - Eine freudige Nachricht hat zu Jahresbeginn die Stadt Fellbach erreicht. Das 2011 unter Federführung des Kulturamts neu eröffnete Stadtmuseum ist für EMYA, den European Museum of the Year Award 2014, nominiert. „Das ist eine extrem hohe Auszeichnung“, freut sich die Kulturamtsleiterin Christa Linsenmaier-Wolf. Denn mit dieser Form der Anerkennung befindet sich die Einrichtung in bester Gesellschaft.

Unter den 36 nominierten Häusern sind beispielsweise das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden, das Albula Bahnmuseum in der Schweiz, das Stedelijk Museum in Amsterdam und die William Morris Gallery in London. Außer Fellbach wurde 2014 kein anderes Stadtmuseum nominiert. Oberbürgermeister Christoph Palm bewertet die Entscheidung als „fantastische Anerkennung für die nachhaltige und qualitätsorientierte Kulturarbeit der Stadt“.

Die wichtigste Auszeichnung in der europäischen Museumslandschaft steht unter der Schirmherrschaft des Europarats und wird seit 1977 jährlich für außergewöhnliche und innovative Leistungen verliehen. Berücksichtigt werden historische und kulturgeschichtliche Museen sowie Kunstmuseen. Die Ausschreibung ist nicht auf EU-Länder beschränkt.

Vielschichtigkeit des Museumskonzepts

Voraussetzung ist die Neuerrichtung oder grundlegende Neugestaltung des Museums, die nicht länger als drei Jahre zurückliegen darf. Aus der großen Zahl an Bewerbungen wird von der Jury eine Liste an Häusern erstellt, die auf der Grundlage bestimmter Entscheidungskriterien wie Niveau und Qualität geprüft werden.

Kulturamtsleiterin Christa Linsenmaier-Wolf und Museumsleiterin Ursula Teutrine sind hocherfreut über die Entscheidung aus Paris. Im Frühjahr 2013 hatte das Stadtmuseum seine arbeitsaufwendigen Bewerbungsunterlagen für den Preis eingereicht. Das hatte im August zum Besuch eines Gremiumsmitglieds geführt, das sich vor Ort von der Vielschichtigkeit des Museumskonzepts und seiner exemplarischen Relevanz überzeugte. Besondere Anerkennung fanden in dem Fachwerkbau am Entenbrünnele die Gegenüberstellung von Geschichte und Gegenwart, der kulturelle Stellenwert des Hauses für die Region, die interkulturelle und soziale Schichten übergreifende Museumsarbeit, der Einsatz von Ehrenamtlichen und die publikumswirksame Vermittlungsarbeit. Somit verkörpert das Fellbacher Stadtmuseum mit dem Mörike-Kabinett einen völlig neuen und wegweisenden Typus von „Heimatmuseum“.

Deshalb nominierte die international besetzte Jury des European Museum Forum bei ihrer dreitägigen Sitzung Anfang Dezember in Paris das Stadtmuseum für den European Museum Award.

Entscheidung wird in Tallinn bekannt gegeben

Die endgültige Entscheidung über die Vergabe des Hauptpreises des EMYA wird Mitte Mai bei der Jahrestagung des European Museum Forum in der estnischen Hauptstadt Tallinn bekannt gegeben. Dort dürfen sich auch alle Nominierten präsentieren. Verliehen werden dann ein Hauptpreis und zwei kleinere Preise – fürs Ehrenamt und für ungewöhnliche Themen.

Es heißt also in Fellbach Daumen drücken. Bereits die Nominierung bedeutet eine riesige Anerkennung für die Fellbacher Einrichtung. Sie darf ab sofort das Gütesiegel „European Museum of the Year Nominee 2014“ tragen.




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