Nach dem Brand vor einigen Wochen in der Biogasanlage in Schmiden klagen Anwohner über starke Geruchsbelästigungen. Nun müssen Gärreste untersucht werden.

In Fellbach-Oeffingen (Rems-Murr-Kreis) ist derzeit ziemliches Naserümpfen angesagt. Immer wieder klagt derzeit im nördlichen Fellbacher Stadtteil die Nachbarschaft wechselseitig: „In den Abendstunden stinkt es.“ Die wahre Ursache macht mittlerweile auch die Runde – es sind die Folgen eines Brands vor dreieinhalb Wochen.

 

Entsprechende Rückmeldungen über muffelnde und wabernde Düfte zwischen Schmiden und Oeffingen sind mittlerweile auch in der Verwaltungszentrale sowie bei den Stadtwerken Fellbach (SWF) eingetroffen. Die Nachforschungen haben nun ergeben: Ursache dieser starken Geruchsbildung ist der offene Gärrestlagerbehälter der derzeit stillgelegten Biogasanlage der Stadtwerke Fellbach.

Einsatz der Feuerwehr war „hochprofessionell“

Bei einem aufsehenerregenden Brand im Zuge von Wartungsarbeiten am 21. Juli waren die Deckel der beiden Behälter für Biogaserzeugung und Gärrestlagerung zerstört worden. Das in den Behältern enthaltene biologische Material darf erst nach einer Unbedenklichkeitserklärung durch das Landratsamt ausgebracht und als Düngung für die Landwirtschaft genutzt werden.

Der Einsatz der Feuerwehr am 21. Juli war nach Einschätzung der Stadt „hochprofessionell“, wie es in einer Mitteilung aus dem Rathaus heißt. 65 Wehrleute waren an jenem Nachmittag und Abend im Einsatz gewesen, wobei der eigentliche Brand durch den Einsatz von zahlreichen Stahlrohren in 15 Minuten gelöscht werden konnte. Personen oder Tiere wurden nicht verletzt.

Mithilfe eines Baggers mussten dann die Reste der defekten Foliendächer der Behälter abgetragen werden, um eventuelle Brandherde zu unterbinden. Das biologische Material für die Biogaserzeugung lagert nun offen in den Behältern.

Zur aktuellen Situation erklären die Stadtwerke Fellbach: „Durch die derzeitigen Außentemperaturen und die fehlenden Abdeckungen kommt es verstärkt zu der starken Geruchsbildung.“ Der SWF-Geschäftsführer Gerhard Ammon nennt Details: „Aufgrund der Behältergröße ist auch ein provisorischer Deckel nicht möglich.“

Fallwinde tragen den Gestank weiter

Die Stadtwerke beteuern, sie seien bestrebt, möglichst schnell die Behälter zu leeren. „Wir bedauern, dass durch Fallwinde der Geruch zusätzlich weitergetragen wird“, gibt sich Ammon durchaus ein wenig kleinlaut. „Die Winde treten regelmäßig in den Abendstunden auf und transportieren den unangenehmen Geruch Richtung Norden“ – also gen Oeffingen.

Sobald die Unbedenklichkeit vom Waiblinger Landratsamt bescheinigt sei, würden die Gärreste von den Landwirten kurzfristig verarbeitet. Dazu laufen momentan aufwendige chemische Analysen.

„Wir bedauern die aktuelle Geruchsbelästigung der Anwohner des angrenzenden Wohngebiets außerordentlich“, so der Geschäftsführer der Stadtwerke, der trotz der Belastung um Verständnis der Menschen in Schmiden und vor allem Oeffingen bittet.