Fellbach Trauung mit Aussicht

Von Gabriele Lindenberg 

Immer mehr Heiratswillige, darunter auch Nicht-Fellbacher, schätzen den neuen Service des Standesamts mit Freiluft-Terminen. An elf Orten in Fellbach können Paare ihr Ehegelöbnis ablegen.

Dieser idyllische Blick von der Ebene des Kappelbergs ist für Heiratswillige ein optischer Grund für eine Trauung unter freiem Himmel. Foto: Patricia Sigerist
Dieser idyllische Blick von der Ebene des Kappelbergs ist für Heiratswillige ein optischer Grund für eine Trauung unter freiem Himmel. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Die „atemberaubenden Örtlichkeiten unter freiem Himmel“, so das Standesamt in seiner Broschüre, sind gefragt. Eine Anfrage bei der Stadt offenbart, dass Tapete und Parkett nicht mehr ausschließlich als Umgebung für die amtliche Eheschließung gewünscht werden. Während 2012, im Startjahr der Open-Air-Trauungen, zwölf Paare beim Ja-Wort den unverbauten Blick zum Himmel schätzten, stieg die Zahl der Trauungen im Grünen im vergangenen Jahr auf 37. Und in diesem Jahr waren es schon bis jetzt 31 Heiratswillige, die lieber Ameisen als Stubenfliegen als Trauzeugen wählten. Weitere neun sind bereits vorgemerkt. Wetterunabhängig – also drinnen – wurden in allen Stadtteilen bis jetzt 125 Trauungen vollzogen.

Auch Nicht-Fellbacher Paare nutzen die dortigen Frischluft-Trauorte

Von den elf angebotenen Örtlichkeiten (siehe Info) haben sich die mit Frischluft-Garantie inzwischen so herumgesprochen, dass sich auch schon einige Nicht-Fellbacher Paare im Rathaus anmelden, um in der Wolfsangel-Stadt ihre Unterschrift unter das Ehegelöbnis zu setzen.

Der Renner bei den Freiluft-Trauungen ist die Ebene auf dem Kappelberg. Was diesen Ort so reizvoll für ein Ja-Wort macht, ist vermutlich der tolle Rundumblick ins Tal. Das verheißt für eine Ehe sicher Gutes, wenn schon die Aussichten bei der Trauung so ausgezeichnet sind.

Auch die Landungsbrücke wird von Paaren gern genutzt

Ihre mobile Tisch-und-fünf-Stühle-Ausstattung mit herzigem Kerzenständer haben die Standesbeamten aber auch schön öfter vor der Landungsbrücke am Neckar bei Oeffingen aufgeklappt. Das ist durchaus nachvollziehbar, denn auf den Holzplanken, inmitten von Vogelgezwitscher und Wassergeplätscher, lässt es sich sicher gut Ja sagen. Und das Paar könnte dann vielleicht auch gleich mit einem Ruderboot (oder einem mit Motor) zur Hochzeitsreise abdüsen. Oder möglicherweise auch – auf einer Wolke des Glücks – im Fluss davonschwimmen.

Malerisch ist natürlich auch die Kulisse des Großen Hauses, vor dem sich Heiratswillige ebenfalls trauen lassen können. Im Gegensatz zum Neckarufer hat diese Lokalität den Vorzug, dass das nächste Restaurant fußläufig zu erreichen ist. Etwas abgelegener wiederum sind die beiden Stationen auf dem Besinnungsweg bei Oeffingen. Wobei der Name natürlich überhaupt nichts mit einer letzten Überlegung der Brautleute zu tun hat, ob sie wirklich Ja sagen wollen. Es geht dort sicher eher um das medidativ-sonnige Ambiente.

Da der Aufwand höher ist, werden für Freiluftzeremonien generell 180 Euro in Rechnung gestellt

Nicht sonnig, sondern ein klein bisschen gesalzener sind dafür die Preise für das außerhäusliche Umfeld. Da der Aufwand natürlich auch etwas höher ist, werden für Freiluftzeremonien generell 180 Euro in Rechnung gestellt. Aber dafür kann die natürliche Umgebung gleich noch für einen Fototermin herhalten. Das spart immerhin einiges an Zeit.

Nicht an der Zeit, sondern an der Zustimmung hapert es, wenn Heiratswillige einen weiteren Standort im Sinn haben. Nach Auskunft des Standesamts werden Termine auf privaten Gartengrundstücken oder anderweitige Vorschläge generell abgelehnt. Schließlich bietet die Stadt ja „atemberaubende Örtlichkeiten“ an. In der Hoffnung, dass die Beteiligten anschließend nicht völlig außer Puste sind!

Außerdem soll es, so wird gemunkelt, eventuell einen weiteren Freiluftstandort geben.




Unsere Empfehlung für Sie