Generation Z im Fokus des Einzelhandels
Volles Haus im Fellbacher Rathaus beim Wissenstransfer Hoch3: Rund 80 Interessierte aus Einzelhandel und anderen Branchen waren am 7. Juli der Einladung der Wirtschaftsförderung Fellbach zur Vortragsveranstaltung in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, Tourismus und Marketing GmbH (WTM) und der Wirtschaftsförderung Winnenden gefolgt. Thema des Abends: „Anforderungen und Erwartungen der Generation Z an den Einzelhandel“.
Referent war Julian Kemmer, akademischer Mitarbeiter der HTWG Konstanz, der als „Kind“ der Generation Z, (dazu zählen die Jahrgänge 1995 bis 2009) selbst authentische Einblicke geben konnte. Grundlage seines Vortrags war eine vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg geförderte Studie, die Kemmer im Rahmen seiner Masterarbeit mitentwickelt hat.
Oberbürgermeisterin Gabriele Zull machte an diesem Abend den Auftakt und betonte in ihrer Begrüßung die Bedeutung der jungen Generation für die Stadtentwicklung: „Es sind die jungen Menschen, die eine Art kreative Stadtgestalter für uns sind und neue Impulse setzen. Wir wollen junge Menschen in die Verpflichtung bringen, sich zu engagieren und unsere Innenstadt zu einem Lebensraum voller Erlebnisse werden zu lassen.“
Julian Kemmer zeigte in seinem Vortrag auf, dass der Onlinehandel seit dem Corona-Peak langsamer wächst als zuvor und dass die Gen Z keine eindeutige Präferenz für den Onlinehandel hat. Stattdessen schätzt sie den stationären Handel insbesondere aufgrund des sozialen Aspekts, des Ausprobierens vor Ort und der sofortigen Verfügbarkeit.
Da junge Menschen eine große Auswahl und Verfügbarkeit gewohnt sind, treten sie als besonders anspruchsvolle Kundinnen und Kunden auf. Persönliche Beratung ist ihnen weniger wichtig, dafür möchten sie sich selbst informieren und das gewonnene Wissen teilen können. Der Handel sollte daher sowohl online als auch vor Ort die Möglichkeit bieten, Produkte eigenständig zu erleben und zu verstehen.
Ein besonders spannendes Ergebnis der Studie: Die Gen Z nutzt das sogenannte „Webrooming“ – also online informieren und anschließend im Laden kaufen – häufiger als das bekannte „Showrooming“, bei dem sich die Kunden, Produkte im stationären Handel ansehen und sich beraten zu lassen, um sie dann letztendlich online zu kaufen, oft zu einem niedrigeren Preis.
Zudem kann der Einsatz digitaler Technologien im Ladengeschäft nicht nur die junge Zielgruppe ansprechen, sondern auch Abläufe verbessern und die Beratungsqualität erhöhen.
Im Anschluss an den Vortrag nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich in lockerer Atmosphäre auszutauschen. Es entstanden zahlreiche Gespräche zwischen Einzelhändlern, Stadtvertretern und jungen Teilnehmenden darüber, wie Fellbachs Innenstadt zukunftsorientiert gestaltet und auf die Bedürfnisse der Generation Z angepasst werden kann.
Mit einem Besucherrekord unter den bisherigen Stationen von Julian Kemmer in Baden-Württemberg zeigte sich Fellbach einmal mehr als aktiver Standort für Wissenstransfer und Netzwerkaustausch.
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