Auch bei ungewöhnlichen Aufträgen zügig am Einsatzort: die Fellbacher Feuerwehr, hier im August 2025 bei einer Katzenrettung im Oberdorf. Foto: Feuerwehr Fellbach/Alexander Ernst
Die Feuerwehr im vorderen Remstal bleibt bundesweit bei den Alarmierungszeiten in der Spitzengruppe. Und auch beim Breitbandausbau ist man in Fellbach ganz vorne mit dabei.
Dirk Herrmann
14.01.2026 - 06:00 Uhr
Wer sich dank eigener Jugend oder eher noch als Eltern wie Großeltern mit dem deutschen Kinder- und Jugendfilm auskennt, hat womöglich das Lied aus dem von Detlev Buck in Szene gesetzten Streifen „Bibi & Tina – Voll verhext“ im Ohr. Speziell das von Mavie Hörbiger gesungene Lied „98 Prozent“ bleibt auch elf Jahre später noch als Ohrwurm im Gehörgang. Darin rühmt sich die von Hörbiger dargestellte Kommissarin Greta Müller eben jener sensationellen Aufklärungsquote bei ihren Fällen.
Nur ein Muggaseggele unter dieser fast idealen Quote liegt Fellbach, und zwar gleich auf mehreren Feldern. Sind es doch in gewisser Häufung exakt 97 Prozent, mit denen die Stadt in einigen Erfolgsmeldungen der vergangenen Wochen glänzen konnte – ein imposanter Wert selbst unter republikweitem Blickwinkel.
Neun Kräfte müssen binnen zehn Minuten am Einsatzort sein
So verkündete die Stadt kurz vor Weihnachten bezüglich der Glasfaserversorgung: „Mit über 97 Prozent Abdeckung zählt die Kappelbergstadt bundesweit zur Spitzengruppe.“ Die ergänzende Einschätzung der Oberbürgermeisterin Gabriele Zull: „Wir gehören zu den ersten Kommunen, die eine vollständige Abdeckung erreichen werden.“
Fast noch besser ist der Wert bei der Fellbacher Feuerwehr, und zwar bei den Alarmierungszeiten. Das zentrale Schutzziel bei zeitkritischen Einsätzen wie etwa Zimmerbränden sieht vor, dass die erste Einheit mit mindestens neun Einsatzkräften innerhalb von zehn Minuten nach Alarmierung am Einsatzort eintreffen muss – und das in 90 Prozent der Fälle. Innerhalb der darauffolgenden fünf Minuten soll eine zweite, ebenfalls neunköpfige Einheit folgen.
Einsatz wegen brennendem Laub im Fellbacher Stadttunnel im Oktober 2025 Foto: Ernst (Feuerwehr Fellbach)
Die Feuerwehr Fellbach hat diese Zielvorgaben in den vergangenen Jahren sogar übertroffen und erreicht beim ersten Schutzziel genau 97 Prozent; beim Schutzziel 2 waren es sogar 100 Prozent – besser geht’s nicht.
„Wir haben allen Grund, stolz zu sein“, lobte Fellbachs Erster Bürgermeister Johannes Berner. Die Freiwillige Feuerwehr Fellbach steht somit im bundesweiten Vergleich weiterhin an der Spitze und übertrifft bei den Alarmierungszeiten zum Teil sogar Berufsfeuerwehren. Christian Köder, seit 2018 hauptamtlicher Fellbacher Feuerwehrkommandant und leitender Hauptbrandmeister, erklärt dazu: „Unser Ziel ist es, diese Leistungsstärke auch künftig zu erhalten.“
Die von der Firma Forplan entwickelte Fortschreibung des 2018 erstmals aufgelegten Fellbacher Feuerwehrbedarfsplans benennt außerdem mehrere wichtige Maßnahmen. Bauliche Defizite an den Feuerwehrhäusern in Fellbach und Oeffingen werden beseitigt, damit die Sicherheits- und Arbeitsbedingungen den aktuellen Normen und Unfallverhütungsvorschriften entsprechen.
Der mittlerweile gut vorbereitete, in der Planung allerdings mittlerweile auch abgespeckte Neubau des Feuerwehrhauses im Fellbacher Osten für rund 26 Millionen Euro wurde zwar erst kürzlich grundsätzlich im Gemeinderat bestätigt. Wegen der Ebbe in der Stadtkasse wurde das Projekt allerdings erst mal auf Eis gelegt. Bis zur Umsetzung der neuen Feuerwache an der Bühlstraße sind deshalb am bestehenden Feuerwehr-Standort an der Wiesenstraße in der Fellbacher Stadtmitte einige Ertüchtigungen erforderlich.
Nachwuchsprobleme gibt es bei der Fellbacher Feuerwehr nicht
Der Personalbedarf für die Gerätewartung und die Atemschutzwerkstatt wird laut Kalkulationen erhöht, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Bisher beschäftigt die Stadt neben dem hauptamtlichen Kommandanten lediglich drei hauptamtliche Gerätewarte. Nachwuchsprobleme bestehen derzeit nicht, regelmäßige Grundausbildungen mit hohem Zulauf sichern die künftige Einsatzfähigkeit.
Auch die Fraktionen im Gemeinderat zeigten sich beeindruckt von den Ergebnissen der Fortschreibung. „Der Spitzenwert ist sensationell“, sagte Beate Wörner (Grüne). „Die Bevölkerung kann sich in absoluter Sicherheit wiegen“, bekräftigte CDU-Chef Franz Plappert.