Femizide und Gewalt gegen Frauen sind in der Türkei an der Tagesordnung. Die Justiz lässt gegen die Täter oftmals Milde walten. Kritiker sehen eine Mitverantwortung der islamisch-konservativen Regierung. Staatschef Erdogan könnte die Frauenrechte weiter einschränken.

In der Türkei sind in den ersten drei Monaten dieses Jahres 65 Frauen von ihren männlichen Partnern oder Verwandten ermordet worden. Weitere 57 Frauen starben unter „verdächtigen Umständen“. Diese Zahlen nennt die türkische Nachrichtenagentur Bianet in ihren jüngsten Monatsberichten zum Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder in der Türkei. Bianet (Bagimsiz Iletisim Agi – Unabhängiges Kommunikationsnetz) konzentriert sich auf Recherchen zu Menschenrechtsverstößen. Die Agentur ist spendenfinanziert und erhält auch Finanzhilfen der Europäischen Union.