Ferien-Programme im Kreis Böblingen Sommerferienspaß trotz Pandemie

Walderkundungstour für die Holzgerlinger Kids. Einer von mehreren Angeboten für Kinder während der Sommerferien. Foto: Stadtverwaltung Holzgerlingen

Kanufahren, Basteln oder Reiten. Kinder im Landkreis Böblingen haben trotz anhaltender Pandemie in den Sommerferien ein reichhaltiges Programm geboten bekommen.

Böblingen: Martin Dudenhöffer (dud)

Kreis Böblingen - Unter der Pandemie hatten Kinder mit am meisten zu leiden. In der Schule mit den Klassenkameraden lernen war genauso wenig möglich wie im Verein Sport treiben. Umso willkommener sind alle Angebote, die den Jüngsten ein Stück Normalität zurückgeben. Die nun zu Ende gegangenen Sommerferienprogramme von Vereinen und Gemeinden hatten genau diesen Anspruch, wie die Organisatoren aus Darmsheim, Maichingen und Holzgerlingen berichten.

 

„Unsere Angebote waren voll ausgebucht. Wir hatten aufgrund der Teilnehmerbegrenzung sogar eine Warteliste. Eltern wie Kinder waren froh. Alle haben ein Jahr voller Einschränkungen erlebt“, sagt Heike Schneider, Geschäftsführerin beim TV Darmsheim. Sie hat mit drei Ehrenamtlichen für Kinder zwischen sechs und zwölf die 34. Darmsheimer Sommerfreizeit auf die Beine gestellt.

Corona-Management in Darmsheim erfasst sogar den Sitzplatz im Bus.

Die Pandemie spielte weiter eine Rolle, wie Heike Schneider erzählt. „Das Programm wurde für 15 Kinder geplant.“ Um schon zu Beginn möglichst viel Sicherheit walten zu lassen, standen im Vorfeld der Ganztagsangebote Schnelltests für die Kinder und Betreuer an. In geschlossenen Räumen wurde Maske getragen. Das Coronamanagement ging sogar so weit, dass erfasst wurde, welches Kind im Bus wo saß. „So hätten wir bei einem Infektionsfall die Kette schnell nachverfolgen können“, sagt sie.

Trotz der umfassenden Maßnahmen – in den sechseinhalb Wochen stand der Spaß im Vordergrund. Und dafür hatte man in Darmsheim einiges aus dem Hut gezaubert: Im Hochseilgarten balancieren, Kanufahren, den Wald und die umliegende Schwippe entdecken, im Gestüt Marbach Pferde oder in der Wilhelma wilde Tiere bestaunen. „Wir haben versucht, möglichst viel Abwechslung zu bieten“, berichtet Schneider. „Die Kinder haben die Aktivitäten mit großer Begeisterung gemacht. Auch die Eltern waren dankbar“, sagt sie. Die Geschäftsführerin durfte sich nicht nur über ein gelungenes Ferienprogramm freuen, sondern auch über 1000 Euro und den Sonderpreis für „vorbildliche Jugendarbeit“ von Toto Lotto Baden-Württemberg. Damit könne nicht nur das Ferienprogramm finanziert, sondern auch den ehrenamtlichen Helfern etwas zurückgegeben werden. Sie dürfen sich auf einen Besuch im Europa Park freuen.

Der Abenteuerlust tat das Hygienekonzept kein Abbruch

Ähnlich positive Erfahrungen mit ihrem Sommerferienprogramm machte auch Regina Maser, Jugendreferentin beim GSV Maichingen. Ihr „Ferien-Fez“ für Kinder zwischen sieben und elf Jahren sei für alle eine Stück Rückkehr in die Normalität gewesen. „Die Kinder haben sich sichtlich gefreut. Sie haben einander vermisst. Es war schön, auch wenn es noch ein paar Schutzmaßnahmen zu beachten gab“, so Maser. Die Regeln nahmen die Kinder ohne Murren an. Ob Maske tragen oder testen lassen – für die Kids kein Problem, berichtet Maser und ergänzt: „Wir haben Corona gar nicht immer gespürt.“ Der Schwerpunkt lag auf Outdoor: „Wir haben Minigolf gespielt, waren im Wald in Büsnau und im Barfußpark, hatten das Spielmobil zu Gast und sind Fahrrad gefahren.“

In Holzgerlingen trotz Corona-Auflagen „ein Gefühl von Normalität“.

Holzgerlinger Kinder hatten die Wahl zwischen dem Sommerferienprogramm der Vereine und dem vierwöchigen „Sommerferienspaß“ mit Ganztagsbetreuung. 77 Veranstaltungen listete das Sommerferienprogramm, dessen Großteil die Vereine gestemmt haben. Insgesamt, erklärt Dagmar Radler, Jugendreferentin der Gemeinde, seien mehr als 500 Kinder dabei gewesen. Besonders gut liefen das Jungscharlager des CVJM und die Stippvisite beim DRK. „Die Kinder konnten dort die Rettungswagen mit allem drum und dran anschauen. Das hat viele begeistert“, so Radler.

Um die Coronagefahr möglichst gering zu halten, hat man auch in Holzgerlingen vorgesorgt: Testen, Gruppen bilden und Maske tragen, wo nötig. Dem Spaß tat das keinen Abbruch: „Das Fazit fällt durchweg positiv aus. Es brachte uns allen ein Gefühl von Normalität“, berichtet die Jugendreferentin.

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