Fast 900 Kinder nehmen an den mehr als 100 Kursen des Leonberger Ferienprogramms teil.

Leonberg - Die Liebe zur Mutter kann manchmal ohrenbetäubend sein. Da braucht es gute Ohrenschützer, wenn mehr als ein Dutzend Mädchen und Jungen zwischen sieben und 14 auf die Silberstreifen einhämmern, aus denen sie Ringe, Armreifen und Anhänger für die Mamas anfertigen wollen.

 

Das geschäftige Treiben ist im Werkraum der Gerhart-Hauptmann-Realschule zu hören. Hier findet nämlich als Teil des städtischen Sommerferienprogramms ein Silberschmiedekurs statt. „Wir sind froh, dass wir trotz Corona den Kindern ein umfang- und abwechslungsreiches Programm anbieten können“, sagt der Oberbürgermeister Martin Georg Cohn, der bei dem Silberschmiedekurs vorbeischaut.

Kurzfristige Planung wegen Corona

Ob er wohl auch einen Ring anfertigen wolle? „Ich lasse lieber die Kinder das kostbare Edelmetall hämmern“, schmunzelt der Rathauschef. Er freut sich, dass die Kurse so gefragt sind. Und er ist zufrieden, dass sich alle Mühe gegeben haben, trotz oft kurzer Planungszeit und vieler Unsicherheiten ein qualitativ hohes Programm auf die Beine zu stellen. Angesicht der Lockerungen fiel im Mai die Entscheidung: Die Ferienkurse finden statt. Kritisch sah es für die Sportkurse (Fußball, Judo, Schwimmen) und die Kochkurse aus. Die neue Corona-Verordnung mit zahlreichen Lockerungen, vor allem im Sport, hat es dann ermöglicht, dass bis auf Judo und Kochen alles stattfinden kann.

Ferienspaß mit Abstand und Maske

Die sehr gefragten Schwimmkurse waren abhängig von der Corona-bedingten Öffnung des Leobads. Die Anmeldungen sind in diesem Jahr zum ersten Mal online über die Bühne gegangen. Kurse gibt es in Bildender Kunst, Musik, Computer, Theater, Natur und Zirkus. Besonders gefragt sind die Sportangebote und Ausflüge in die nähere Umgebung. Alle Kurse sind den Corona-Vorschriften angepasst. Das heißt, es gibt kleinere Gruppen und es gilt ein Hygienekonzept mit Tischabstand, Handhygiene sowie Mund-Nasen-Bedeckung.

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Dem Team der fünf Azubis in der Stadtverwaltung, die traditionell das Ferienprogramm organisieren, ist es gelungen, 114 Kurse auf die Beine zu stellen an denen 889 Kinder und Jugendliche teilnehmen. Insgesamt 42 Kursleiter sind eingebunden. „Das ist eine gute Erfahrung für die Auszubildenden, sie üben sich im Organisieren, im Kontakt zu den Bürgern, im Anwenden von Vorschriften und sie erfahren, dass es überhaupt nicht so einfach ist, so viele Erwartungen, Ansprüche und Befindlichkeiten unter einem Hut zu bekommen“, sagt der Verwaltungschef.

Blümchen oder Totenkopf?

Derweil versteht man sein eigenes Wort nicht mehr. Die Kinder hauen auf die Silberstreifen ein. „Wir stauchen das Material, damit es fester wird“, erläutert Michael Uhlig. Der Gold- und Silberschmied aus Tübingen bietet schon seit 18 Jahren Ferienkurse in Leonberg an. Dann kommen die Kinder einzeln vorbei, um mit der Punze das Ornament einzuschlagen, das sie für die Ringe, Armspangen und Anhänger gewählt haben – Blümchen, Herzchen, Delfine, Linien und Kreise. Aber einer der Jungs will unbedingt stilisierte Totenköpfe in den Ring für Mama prägen. Denn für die Mütter ist der Schmuck gedacht – keine und keiner aus der Gruppe meldet sich auf die Frage, ob jemand etwas für den Papa anfertigt.

Sichtlich angetan vom Gesehenen macht sich der Oberbürgermeister auf den Weg zu einem PC-Kurs im benachbarten Albert-Schweitzer-Gymnasium. Dort geht es bestimmt leiser zu.

Restplätze für Kurse sind noch unter www.ferien.leonberg.de buchbar.