Ferienprogramm in Leonberg Wie ein Bauarbeiter die Polizei hinters Licht führt

Von Marie Part 

Zwölf Kinder drehen einen Film, in dem sie einen Kriminalfall lösen.

Wer bringt den Übeltäter zur Strecke? Im Krimi-Ferienkurs drehen die Kinder und Jugendlichen einen Film. Foto: factum
Wer bringt den Übeltäter zur Strecke? Im Krimi-Ferienkurs drehen die Kinder und Jugendlichen einen Film. Foto: factum

Leonberg - Es ist ein komischer Anblick. Ein Bauarbeiter mit langem braunen Bart, Warnweste und Sonnenbrille macht sich an den Blumen des Pomeranzengartens zu schaffen. „Haben Sie zufällig einen Mann mit einem langen braunen Bart gesehen? Der hat nämlich jemanden umgebracht“, fragt ein Kind den Bauarbeiter. „Einen langen braunen Bart, so wie ich? Der ist vorher da langgelaufen“, antwortet der Bauarbeiter und zeigt in eine Richtung. Die Kinder halten sich den Bauch vor Lachen. Natürlich wissen sie bereits, dass der Bauarbeiter der Mörder ist, doch sie müssen eben in ihrer Rolle bleiben.

Fan der Fünf Freunde

Die Stadt Leonberg bietet auch dieses Jahr ein Programm für die Sommerferien an. Neben Computer- oder Kochkursen und Ausflügen in die Natur gibt es seit ein paar Jahren auch einen Krimikurs. Dort drehen die Kinder selber einen Kriminalfilm und lernen, in andere Rollen zu schlüpfen. Die Idee für den Krimidreh hatte Andreas Harr. Er leitet das Angebot seit 2014 und kümmert sich neben der Kameraführung und den Requisiten auch darum, sich jedes Jahr eine neue Geschichte auszudenken.

„Die Geschichten entspringen alle meiner Fantasie“, sagt Andreas Harr lächelnd. Die Lust, mit den Kindern eine Geschichte zu drehen, kommt aus seiner Kindheit. „Als ich noch klein war, war ich ein großer Fan der Fünf Freunde. Das ist die Geschichte einer Gruppe von Kindern, die immer wieder große Verbrecherfälle aufdeckt“, sagt er. „Damals dachten meine Klassenkameraden und ich, dass wir das auch können. Wir haben also angefangen, Kurzfilme zu drehen, die ungefähr fünf Minuten gingen.“

Es geht vor allem um Spaß

Nach dieser Zeit hatte Harr lange nichts mehr mit Filmen zu tun. Doch irgendwann packte ihn die Leidenschaft wieder. „Ich wollte gucken, ob die Kinder noch genauso viel Spaß am Filmedrehen haben, wie wir früher.“

Der Krimikurs verfolgt keine bestimmte Intension, sondern soll den Kindern vor allem viel Spaß bereiten. „In erster Linie geht es darum, dass die Kinder Spaß haben. Sie lernen, in andere Rolle zu schlüpfen und mit den anderen zusammenzuarbeiten“, erklärt Harr. Einige Kinder wachsen im Kurs über sich hinaus. „Vor allem schüchterne Kinder öffnen sich im Laufe der Woche vor der Kamera. Sie fangen an, alles stärker zu betonen, und finden richtig Spaß am Schauspielern“, sagt der Kursleiter.

Kinder gründen Detektivclub

In der Geschichte, die dieses Jahr gedreht wird, geht es darum, dass eine Giftflasche gestohlen wird. „Die Kinder gründen einen Detektivclub und versuchen, den Dieb zu fassen. Doch als sie den Dieb endlich finden, ist er schon tot. Er wurde kaltblütig ermordet. Daraufhin suchen die Kinder den Mörder, bevor dieser der Stadt Leonberg noch Schaden zufügt“, erzählt Harr. Die Kinder müssen dabei als Polizisten, Nachrichtensprecher oder Tussis in die unterschiedlichsten Rollen schlüpfen.

Die zwölf Kinder, die teilnehmen, sind alle ganz begeistert vom Dreh. „Mir macht beim Krimikurs alles Spaß“, sagt das kleine Mädchen Louise. Sie ist schon das zweite Mal beim Krimikurs dabei und liebt es, sich in andere Personen hineinzuversetzen. „Nächstes Jahr melde ich mich in der Schule bei der Theater-AG an“, erzählt sie mit leuchtenden Augen. „Da kann ich endlich auf der Bühne stehen.“

Den Film gibt es auf DVD

Wenn der Kurs zu Ende ist, können die Kinder eine DVD kaufen, auf der sie den Film angucken können. Dabei freuen sich die jungen Schauspieler am meisten auf die „Out Takes“, am Ende des Films, also die verpatzten Szenen. „Wenn du dich beim Dreh versprichst und alle lachen, kommt das in die Out Takes“, erklärt Louise. „Dann lachen wir uns alle schlapp!“




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