Fernbusse in Stuttgart Fernbus-Boom bringt Stadt in die Bredouille

Von Wolfgang Schulz-Braunschmidt 

Das Fernbus-Geschäft boomt. In Stuttgart wollen die Anbieter von weiteren 64 Linien halten. Deshalb muss nun dringend nach Flächen für einen zusätzlichen Busbahnhof gefahndet werden.

Vom Stuttgarter Messeparkhaus in die Ferne: das Geschäft mit den Bussen brummt. Foto: Achim Zweygarth 20 Bilder
Vom Stuttgarter Messeparkhaus in die Ferne: das Geschäft mit den Bussen brummt. Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Der Kampf um die Fernbushaltestellen in Stuttgart wird härter, die Position der Stadt immer schwieriger: Denn aktuell hat die Konkurrenz der Bahn im Stadtgebiet Haltestellen für weitere 18 nationale und 46 internationale Fernbuslinien beantragt. Bis jetzt bedienen erst vier Unternehmen regelmäßig die Stadt, die im Schnitt drei verschiedene Linien mehrmals täglich über Stuttgart führen.

Wegen des Ansturms soll eine ämterübergreifende Arbeitsgruppe, die Mitte Juli wegen des Reizthemas Fernbusse erstmals getagt hat, dem Gemeinderat die prekäre Lage in einer Mitteilungsvorlage darstellen. Die erhobenen Daten legten den Schluss nahe, dass ein neuer Suchlauf für einen innenstadtnahen Fernbushalt dringend notwendig sei, so ist zu hören. Nach dem Wegfall des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) am Hauptbahnhof wegen des Bahnprojekts Stuttgart 21 hat es in den vergangenen Jahren bereits fünf ergebnislose Suchläufe im Stadtgebiet gegeben.

„Wir kommen jetzt echt in die Bredouille“, sagt Bernd Eichenauer, der Leiter der Abteilung Verkehrsregelung im Ordnungsamt. Wenn der Boom bei den Fernbussen anhalte, dann reiche vom Jahr 2015 an auch das geplante Stuttgart Airport Busterminal (SAB) nicht mehr aus. In gut zwei Jahren soll der gesamte Reisebusverkehr nach Stuttgart über den neuen Stopp abgewickelt werden. Dort ist im Erdgeschoss eines neuen Parkhauses ein modernes Terminal mit 17 Bussteigen für täglich bis zu 170 Omnibusse geplant. Die Landeshauptstadt beteiligt sich mit 4,6 Millionen Euro an den Kosten dieses Neubaus. Da die Kapazitäten des neuen Terminals in etwa denen des ehemaligen ZOB am Hauptbahnhof entsprechen, könnte der Platz auch am Flughafen rasch eng werden. „Die neuen SAB-Bussteige wurden ja geplant, als die Fernbusse noch überhaupt kein Thema waren“, heißt es im Rathaus. Die stürmische Entwicklung sei erst nach der Liberalisierung des Reisemarktes zu Jahresanfang ausgebrochen.


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