Fernsehshow Melodien mit Gemüse

Von Harriet Hanekamp 

Verrückt, bunt, vielfältig, unberechenbar: Die Stuttgarter Dennis Knopf alias Tracky Birthday und Sebastian Haslauer alias Hasi International moderieren die Serie „Tricks“, eine Musikshow von Arte.

  Foto: Arte
  Foto: Arte

Stuttgart - Kein Moderatorenpaar passt besser: Dennis Knopf alias Tracky Birthday und Sebastian Haslauer alias Hasi International. Zusammen moderieren die zwei Stuttgart Künstler die Serie „Tricks“, eine Musikshow von Arte: Verrückt, bunt, vielfältig, unberechenbar – und trotzdem souverän und glaubhaft.

Moderator und Drehbuchautor Tracky Birthday erklärt das Konzept so: „Zwei komische Dudes versuchen, vom Sofa aus mehr über die Zusammenhänge und Mittel der Musikproduktion zu verstehen, und zeigen Tricks, wie man bestimmte Dinge selbst nachmachen kann.“ In „Tricks“ kann man nicht nur lernen, wie man Instrumente manipuliert und ihnen die seltsamsten Töne entlockt, sondern auch, wie man sogar mit Gemüse Musik machen kann. „Gleichzeitig nehmen sie uns mit auf eine Reise durch die Popgeschichte. Das hat viel von einer Zaubershow, bei der die neusten Tricks präsentiert werden“ erklärt Alain Bieber, Projektleiter bei Arte.

In Astronautenkostüm oder mit übergroßer Fliegerbrille führen Tracky Birthday und Hasi International mit Witz und Charme durch die Sendung und nehmen sich gegenseitig aufs Korn. „Hasi ist für mich wie ein Bruder. Ein hässlicher, gemeiner Bruder, der mir immer mein Lieblingsessen wegisst und meine Spielsachen kaputt macht“, meint Tracky Birthday. „Nein Quatsch, obwohl wir beide sehr verrückt sind, nerven wir uns nicht. Im Gegenteil. Wir ergänzen uns wie Dick und Doof, Karius und Baktus, Hatschi und Gesundheit.“

„Tricks“ ersetzt den Musikunterricht noch nicht

Obwohl er nie professionell ein Instrument erlernt hat, moderiert Tracky Birthday die Musikshow. „Ich tu einfach so, als ob ich es könnte, und keiner merkt, dass ich es nicht kann“, sagt er. Über „Life is Life“ von Opus, seinem ersten Liebligssong, und eine Mozart-Kassette, die er „ziemlich fresh“ fand, ist er zur Musik gekommen. Von seinem einst laienhaften Musikverständnis merkt man heute nichts mehr. Gekonnt führen er und sein Kollege durch die Sendungen – von dem stilistischen Mittel der Wiederholung über Rap und Rhythmus bis hin zu Pop und Vocal Effekts kann eine Folge so ziemlich alles behandeln, was die Musikwelt für die Zuschauer bereithält.

Trotzdem ersetzt „Tricks“ den Musikunterricht (noch) nicht. „Man könnte den Musikunterricht etwas aufsexen, ob mit Tricks oder den Millionen von talentierten Menschen auf Youtube“, meint Tracky Birthday. Auch die Fremdsprachenkenntnisse lassen sich beim Schauen vertiefen: Die Sendungen werden auf Englisch aufgenommen, Untertitel auf Französisch und Deutsch am Ende hinzugefügt. „Sollte das jemals neu vertont werden, will ich die Stimme von Sky Dumont, Hasi bekommt dann den Typen, der SpongeBob und Steve Urkel gemacht hat“, sagt Tracky Birthday.

Von zehn Folgen sind neun bereits abgedreht

Warum man sich Tricks ansehen soll? „Weil in Episode 7 eine Rentnerpolonaise durchs Bild läuft. Und wegen des Schleims. Und der Konfetti-Kanone. Und wegen des iPhone-Kostüms, des Rückwärts-Rap, des Headbanger und wegen Ingo Insterburg in Folge 6“, sagt Tracky Birthday.

Von zehn Folgen sind neun bereits abgedreht, die letzte Folge wird am 24. August live aus dem Haus für elektronischen Künste in Basel gesendet. Eine zweite Staffel ist zwar noch nicht geplant, „wir würden aber gerne eine machen“, so Tracky Birthday. Gesendet wird „Tricks“ aus dem „Hinterzimmer eines schwäbischen Restaurants in Singapur“, wenn man ihm Glauben schenken will. „Hasi macht für die Spätzle, aber weil die Leute dort so selten welche bestellen, hatten wir viel Zeit zum Abhängen und Musik machen“, erklärt er.

Sonderthemen