Fernverkehr Bahn kann DeinBus.de nicht ausbremsen

Von Thomas Braun 

Ab sofort kann man von Tübingen nach München auch mit dem Bus fahren - die Fernbuslinie von DeinBus.de macht's möglich. Eine Klage der Bahn kam nicht durch.

Die Gründer von DeinBus, Christian Janisch (v.l.), Ingo Mayr-Knoch und Alexander Kuhr, Foto: dapd
Die Gründer von 'DeinBus', Christian Janisch (v.l.), Ingo Mayr-Knoch und Alexander Kuhr, Foto: dapd

Stuttgart - Gewisse Anlauf- beziehungsweise Anfahrtsprobleme waren am Mittwoch beim Start der neuen Fernbuslinie zwischen Tübingen und München nicht zu übersehen. Der gelbe Bus des Unternehmens DeinBus.de steckte im Stau am Leonberger Dreieck und traf erst mit gut 40 Minuten Verspätung am Stuttgarter Flughafen ein. Doch davon ließen sich die drei Firmengründer Alexander Kuhr, Ingo Mayr-Knoch und Christian Janisch die gute Laune nicht verderben. Bei Glühwein, Weißwurst und Brezeln feierten sie mit ihren Mitarbeiterinnen die Eröffnung der laut Eigenwerbung ersten Fernbusverbindung in Süddeutschland.

Die drei Jungunternehmer aus Friedrichshafen, die sich während des BWL-Studiums kennengelernt haben, hatten zunächst einige Hindernisse zu überwinden, bevor ihre Geschäftsidee Wirklichkeit werden konnte. Denn das strenge deutsche Personenbeförderungsgesetz aus dem Jahr 1934 sieht vor, dass auf Strecken, auf denen die Bahn verkehrt, ein Buslinienverkehr nur dann möglich ist, wenn er eine deutliche Verbesserung des Angebots mit sich bringt.

Landgericht weist Klage der Bahn ab

Die Deutsche Bahn, selbst ebenfalls im Busreisegeschäft engagiert, verklagte die Jungunternehmer prompt auf Unterlassung. Das Landgericht Frankfurt wies die Klage des Schienenkonzerns allerdings im April 2011 ab. Da es sich bei DeinBus um eine Busmitfahrzentrale handele, deren Fahrten auf individuelle Nachfrage zustande kommen, handele es sich nicht um einen klassischen Linienverkehr, so das Gericht in seiner Urteilsbegründung. Der Ausgang des Prozesses rettete das Kleinunternehmen nicht nur vor der Pleite – eine Berufung hätten sich Kuhr, Mayr-Knoch und Janisch nicht leisten können – sondern verhalf der Firma zu bundesweiter Publizität.

Ermutigt durch den Erfolg beantragten die drei Firmengründer beim Landratsamt Tübingen die Genehmigung für eine Verbindung Tübingen–Stuttgart–München, die ihnen auch erteilt wurde. Gemeinsam mit Partner-Busunternehmen in Baden-Württemberg und Bayern wollen die Jungunternehmer ihre Geschäftsidee, die vor allem auf junge Reisende mit schmalem Geldbeutel abzielt, sukzessive weiter ausbauen. „Im Jahr 2015 wollen wir einer der größten Anbieter in Deutschland sein“, gibt Alexander Kuhr die Perspektive vor.

Die neue Buslinie verkehrt künftig zweimal täglich (außer dienstags und mittwochs) zwischen Tübingen und München. Am Stuttgarter Flughafen direkt an der Haltestelle vor dem Terminal 1 können Passagiere zusteigen.

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