Festakt der Uni Stuttgart Wolfram Ressel übergibt Rektorenamt an Peter Middendorf

Symbolischer Akt: Mit der Amtskette hat Peter Middendorf das Rektorenamt von Wolfram Ressel übernommen. Foto: Universität Stuttgart

Mit einem Festakt hat die Universität Stuttgart ihren langjährigen Rektor Wolfram Ressel verabschiedet. In einem symbolischen Akt übergab Ressel nach 18 Jahren in dieser Position die traditionelle Amtskette an seinen Nachfolger Peter Middendorf. An der Feier nahmen mehr als 700 Gäste teil.

Familie/Bildung/Soziales: Mathias Bury (ury)

Keiner seiner Vorgänger war so lange wie Wolfram Ressel Rektor der Universität Stuttgart. Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) nannte ihn deshalb beim Festakt zum Abschied nach 18 Jahren und bei der symbolischen Amtseinsetzung seines Nachfolgers Peter Middendorf denn auch den „Marathon-Rektor“ der Hochschule. An der Feier am Mittwoch auf dem Campus Stadtmitte der Universität nahmen mehr als 700 Gäste aus Hochschule, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft teil.

 

Bernhard Keimer, der Vorsitzende des Universitätsrats und Direktor des Stuttgarter Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung, hob in seiner Rede hervor, wie Wolfram Ressel in all den Jahren „durch gezielte Förderung die Grundlagenforschung hervorragend aufgestellt“ habe. Die habe zu Beginn seiner Amtszeit nur etwa fünf Prozent Forschungsanteil ausgemacht, erzählte Ressel später selbst, heute seien es etwa 25 Prozent.

Ulrich Rüdiger, Rektor der RWTH Aachen, würdigte Ressel als „ein Urgestein aus der Riege der Rektoren“. Ressel sei eine besondere, faire, ruhige, verbindliche, wertschätzende Persönlichkeit mit viel Fachwissen, „die stets Verantwortung übernahm, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen und sie für eigene Zwecke auszunutzen“. Er habe gezeigt, „dass Konkurrenz, Kollegialität und Freundschaft gleichzeitig möglich sind“.

Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne), die selbst an der Uni Stuttgart Kunstgeschichte und Germanistik studiert hat, hob hervor, wie Wolfram Ressel die Hochschule in dieser „unglaublich langen Zeit“ durch teils „schwieriges Terrain“ erfolgreich geführt habe. Neben seinem Engagement für die Grundlagenforschung betonte sie etwa die Schaffung von Einrichtungen wie der Arena2036 auf dem Forschungscampus in Vaihingen, wo aktuelle Transformationsprozesse in Wissenschaft und Wirtschaft Hand in Hand von Forschung und Anwendung „vorbildhaft“ umgesetzt würden.

Gerade hier habe sich auch der neue Rektor Peter Middendorf verdient gemacht und sich als „kommunikationsstark und als guter Netzwerker“ gezeigt. Middendorf, der auch Direktor des Instituts für Flugzeugbau an der Uni war, habe den Bereich der Luft- und Raumfahrttechnik der Hochschule „maßgeblich weiterentwickelt“, so Olschowski. Middendorf ist auch Koordinator für die Luft- und Raumfahrtstrategie des Landes Baden-Württemberg. Als wichtige Zukunftsaufgabe der Uni Stuttgart sieht die Ministerin, der „sinkenden Studierendenzahl in den Mint-Fächer“ entgegenzuwirken. Hier müsse man „die Angebote weiterentwickeln“ und für die Studierenden „ein gutes Umfeld“ schaffen.

Oberbürgermeister Frank Nopper dankte Wolfram Ressel für seine Impulse bei der Entwicklung eines Konzepts für eine bessere Wahrnehmung Stuttgarts als Wissenschaftsstadt. Zu diesem Zweck hat die Hochschule zusammen mit Stadt und Region Stuttgart einen Verein gegründet.

Peter Middendorf sieht die Universität wie Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt in einer anspruchsvollen „Phase der Transformation“. Man stehe vor „zahlreichen Herausforderungen“, etwa durch die Digitalisierung, die Dekarbonisierung sowie durch den demografischen Wandel. Hier sieht der neue Rektor die Hochschulen und mit ihnen die Universität Stuttgart in einer wichtigen Rolle, um Antworten auf gesellschaftliche Fragen zu geben. „Bildung und Innovation sind das höchste Gut für die Absicherung unseres Wohlstands und für ein friedliches Miteinander“, sagte Middendorf.

Vor dem Festakt gedachten alle Anwesenden dem überraschend verstorbenen Rektor der Universität Hohenheim, Stephan Dabbert, in einer Schweigeminute. Petra Olschowski würdigte Persönlichkeit und Leistungen Dabberts in einer kurzen Ansprache.

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