Feste und Veranstaltungen am Tag der Arbeit Mit Muskelkraft und Maibäumen aus Holz und Metall

Von Georg Friedel 

Kein Mai ohne Baum: Die ersten Vorbereitungen auf die Feiern zum Tag der Arbeit laufen bereits. In Feuerbach wurde bereits der Maibaum geschmückt und aufgestellt.

Mit bunten Bändern wurde der Maibaum auf dem Wilhelm-Geiger-Platz geschmückt. Später half die Feuerwehr beim Aufstellen der fast 30 Meter hohen Fichte. Foto: Georg Friedel
Mit bunten Bändern wurde der Maibaum auf dem Wilhelm-Geiger-Platz geschmückt. Später half die Feuerwehr beim Aufstellen der fast 30 Meter hohen Fichte. Foto: Georg Friedel

Stuttgarter Norden - Bis zum 1. Mai sind es zwar noch ein paar Tage, doch auf dem Wilhelm-Geiger-Platz in Feuerbach wird traditionell schon eine Woche vor dem Tag der Arbeit in die Hände gespuckt und der Maibaum aufgestellt. Knapp 30 Meter misst in diesem Jahr die geschmückte Fichte. Am Samstagvormittag wurde der Stamm mit Polizei-Eskorte aus dem Waldgebiet beim Kotzenloch in die Feuerbacher Ortsmitte transportiert: „Den langen Stamm aus dem Wald zu schleppen war schwer, es war alles viel zu eng und dann ist auch noch die Spitze abgebrochen“, sagt Stefan Furtner, Präsident der First Guggen Band (Figuba) Stuttgart. Aber immerhin: Diesmal ist es ein echtes Original, ein „Feuerbächer Baum“, betont Stefan Furtner. Die Guggenmusiker haben als Veranstalter die Nachfolge der Chorvereinigung in Feuerbach angetreten. Die Sängervereinigung hatte davor vierzehn Jahre lang den Maibaum aufgestellt und die 1.-Mai-Hockeste vor dem Bezirksrathaus organisiert.

Die Feuerwehr nahm den tonnenschwere Stamm an den Haken

Die Feuerwehr war am Samstagvormittag auch auf dem Wilhelm-Geiger-Platz zur Stelle, um den frisch gefällten Baum in die Höhe zu hieven. Sie rückte aus Degerloch mit einem Kranwagen an. Die Feuerbacher Wache IV half später mit einer Drehleiter aus. So konnten die Schilder der Vereine befestigt werden. Nun ist alles bereit für die zünftige Maibaum-Hocketse vor dem Bezirksrathaus. Los geht es am 1. Mai um 11 Uhr mit dem Fassanstich auf dem Wilhelm-Geiger-Platz. Übrigens werde diesmal der Getränke- und Grillwagen näher an der Rathaustreppe aufgebaut: „Wir wollen so erreichen, dass der Biberbrunnen bei der Hocketse mehr in den Mittelpunkt rückt“, sagt Furtner.

Mit einer Neuheit wartet „WeilAktiv“ bei dem traditionellen Maibaumfest auf dem Löwen-Markt und bei dem verkaufsoffenen Sonntag von 13 bis 18 Uhr am 1. Mai in Weilimdorf auf. Fest steht schon jetzt: Der Weilimdorfer Maibaum wird kerzengerade dastehen. Keine schiefe Spitze, kein knorriger Stamm, stattdessen ist der Baum blitzblank poliert und wird in den Weilimdorfer Farben lackiert und mit gelb-roten Bändern umwickelt werden. Denn: Die Weilimdorfer feiern das erste Mal mit einem Aluminium-Baum: „Er wiegt circa 200 Kilo und ist 12 Meter hoch“, sagt Eckhardt Binder. Der Vorsitzende von Weilaktiv ist gespannt, wie der Alu-Maibaum auf dem Platz zur Geltung kommt. Auf die Spitze werde eine kleine Birke oder Tanne gesetzt.

„Manche mögen darüber schmunzeln oder spotten“, sagt Ralf Futterknecht. Doch für den stellvertretenden Vorsitzenden von Weilaktiv haben letztendlich ganz pragmatische Überlegungen und der Sicherheitsaspekt zu der Entscheidung geführt. Die Sorge, dass ein morscher Holzstamm umfallen oder von einer Sturmböe umgeknickt werden könnte und dann auf dem Löwenplatz massiven Schaden anrichten würde, habe die Organisatoren in der Vergangenheit Jahr für Jahr umgetrieben. Denn schließlich geht es beim Maibaumaufstellen auch um Fragen der Versicherungspflicht. „Dem wollten wir vorgreifen und haben deshalb gesagt: Die Sicherheit geht vor“, sagt Futterknecht und fügt hinzu: Mit dem Metall-Baum sei man auf der „sicheren Seite“. Am Samstag, 30. April wird der Alu-Baum aufgestellt: „Die Feuerwehr ist dabei, aber wir versuchen ihn mit Holzstangen, sogenannten Schwalben, selbst aufzustellen“, sagt Eckhardt Binder.

In Zuffenhausen ist noch pure Manneskraft beim Maibaumaufstellen gefragt

In Zuffenhausen geht es zunftgemäß und urig beim Aufstellen des Maibaums zu: Dort klirren am 1. Mai die Ketten, tönen Kommandos und Burschen mit strammen Waden und in Trachtenkluft wuchten mit den traditionellen Schwalben das tonnenschwere Gewächs in den Maihimmel. Pure Manneskraft ist bei dem Spektakel auf dem Zehnthof gefragt. Der Baum wird mit Girlanden aus frischem Grün, bunten Bändern und den Symboltafeln geschmückt. Am Morgen des ersten Maies wird er in die Senkrechte gebracht. Dietmar Schneider und seine Maibaum-Mannschaft bewerkstelligen dies. Anschließend feiert der Trachtenverein als Veranstalter das Maibaumfest mit Kinderprogramm und Musik auf dem Zehnthof. Von 11 Uhr an wird bewirtet.

Dass der Feiertag auch historisch gesehen ein wichtiges Datum ist, gerät heutzutage bei vielen Mai-Festivitäten in den Hintergrund. Allerdings nicht beim Waldheimverein Zuffenhausen. An der Hirschsprungallee 5 wird es auch dieses Jahr am Tag der Arbeit eine traditionelle Maifeier auf der Schlotwiese geben. Dazu laden die SPD, der Waldheimverein, die Awo und die Senioren der IG Metall ein. Festredner ist Kai Burmeister, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Bezirksleitung Baden-Württemberg. Beginn ist um 14 Uhr. Die Band Querbeet spielt, für die Kinder ist ein Spiel- und Bastelprogramm geplant.

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