Festliches Wochenende in Sindelfingen Floschenstadion ein Schmuckstück für die Stadt

Ein besonderer Blickfang: die blaue Laufbahn des Floschenstadions in Sindelfingen Foto:  

Nach einer umfassenden Sanierung für rund 20 Millionen Euro ist das altehrwürdige Sindelfinger Sportstadion jetzt wieder eingeweiht worden – unter Beteiligung vieler.

Mit einem bunten Potpourri an Sportveranstaltungen von den deutschen Meisterschaften der Langstaffeln bis hin zum Fußball-Derby der Landesligisten des VfL Sindelfingen gegen den GSV Maichingen und einem Tag der offenen Tür ist am Wochenende die traditionsreiche Sportstätte Floschenstadion nach zweieinhalbjähriger Generalsanierung erneut ihrer Bestimmung übergeben worden.

 

Von der „alten Heimat im neuen Stadion“ sprach VfL-Präsident Heinrich Reidelbach, während Bernd Vöhringer (CDU) besonders von der neuen blauen Rundbahn schwärmte. „Ein Schmuckstück für unsere Stadt“, lobte der Sindelfinger Oberbürgermeister das auf Initiative der VfL-Leichtathletikabteilung eingebaute neue Geläuf nach dem Vorbild des Berliner Olympiastadions gleich mehrmals.

US-Soldaten halfen einst beim Bau des Floschenstadions

Zum ersten Mal wurde das Floschenstadion vor mehr als 70 Jahren am 7. August 1954 vom damaligen Bürgermeister Arthur Gruber eröffnet. Wie heute die Sanierung war dessen Bau schon damals „eine großartige Gemeinschaftsleistung“. Halfen doch US-Soldaten beim Planieren der sumpfigen Fläche am Floschenwäldle, die dann mit Fußballplatz und Aschenbahn versehen wurde.

Das Tor nach Westen gab’s von Anfang an und von dort hielten am Samstagvormittag mit klingendem Spiel der Stadtkapelle und begleitet von einigem Feuerwerk die Hauptakteure VfL Sindelfingen Leichtathletik mit den Kindern der Leichtathletikschule Speedy, die VfL-Abteilung Fußball von den Bambini bis hin zu Landesligaspielern und die VfL Sindelfingen Ladies Einzug auf ihre alte und neue Wettkampfstätte.

Neuer Kraftraum und neuer Kinderspielplatz

Im Grußwort blickte OB Vöhringer zurück auf hitzige Gemeinderatsdebatten, ob nicht doch an einem anderen Ort ein ganz neues Stadion entstehen solle und das bisherige der Wohnbebauung weichen. „Es war die richtige Entscheidung, unser Floschenstadion zu sanieren“, ist sich das Stadtoberhaupt heute sicher und erntete dafür die allgemeine Zustimmung der Versammelten. Neben Laufbahn und Fußballfeld verwies Vöhringer auf das neue Funktionsgebäude samt 180 Quadratmeter messendem Kraftraum, und auch der Kinderspielplatz im Nordosten des Areals erstrahlt in völlig neuem Glanz. Sport sei ein wichtiger Bestandteil der Stadtgesellschaft, für den man in den letzten Jahren 40 Millionen Euro, davon allein 20 Millionen für das Floschenstadion investiert habe.

Zufrieden mit der Sanierung des Floschenstadions: OB Bernd Vöhringer /Stefanie Schlecht

„Wir sind pünktlich fertig geworden, lassen Sie uns das Stadion mitten in der Stadt mit Leben füllen“, endete der OB. Und genau das geschah das ganze Wochenende über. Auch wenn eine Veranstaltung wie die Deutsche Langstaffelmeisterschaft etwas unter der kühlen Witterung litt und sicher nicht nur angesichts der tollen Erfolge der Gastgeber noch deutlich mehr Zuschauer verdient gehabt hätte.

So erinnern sich Altvordere wie der ehemalige VfL-Leichtathletikabteilungsleiter und Ehrenmitglied Dieter Gauger auch am Wochenende gerne an Events wie die „Schwabenkampfspiele“, als in den 1950er- und 1960er-Jahren nicht Hunderte, sondern Zuschauer weit im vierstelligen Bereich mindestens in Zehnerreihen das Stadionrund säumten.

Die Geschichte des Floschenstadions

US-Army
 Mit dem Bau des Floschenstadions auf sumpfigem Gelände wollten die US-amerikanischen Streitkräfte ihre Freundschaft zu den deutschen Bürgern beweisen. „Sie stampften es förmlich aus dem Boden“, berichtet Dieter Locher vom VfL Sindelfingen, der sich mit der Geschichte des Stadions beschäftigt hat, „sie hatten wohl damals sehr starke Baumaschinen.“

Eröffnung
 Bei seiner Eröffnung 1954 war das Floschenstadion mit einem Rasen-Spielfeld und einer umliegenden 400-Meter-Aschenbahn die modernste Anlage landesweit.

Erweiterung
 Etwa zeitgleich mit der Errichtung des Olympiastadions in München wurde das Floschenstadion 1971/1972 umgebaut. Tribüne und Hauptgebäude mit Kabinen und Duschen kamen hinzu, aus der Aschenbahn wurde eine Kunststoffbahn.

Sanierung
 Der Zahn der Zeit nagte am Floschenstadion. 2016 wurde kurzzeitig überlegt, die marode Anlage aufzugeben – der Gemeinderat entschied sich letztlich doch für die Sanierung des Stadions, die 2022 begann und jetzt beendet ist.

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