Festnahme in Stuttgart-Ost Telefonbetrug: Geldbote gefasst

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Eine Anruferin schockiert eine Seniorin und behauptet, ihre Tochter sei in Nöten. Die Frau lässt sich auf eine Geldübergabe an. Doch dann wendet sich das Blatt für die Betrüger.

Bei einem 30-jährigen Kurier haben die Handschellen geklickt. Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand
Bei einem 30-jährigen Kurier haben die Handschellen geklickt. Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Stuttgart - Der Polizei ist mit der Hilfe einer Seniorin, die geistesgegenwärtig reagiert hat, den Kurier einer Schockanruferin festnehmen können. Der 30-jährige Tatverdächtige sitzt nun in Untersuchungshaft.

Die 79-jährige Frau aus dem Stuttgarter Osten erhielt am Mittwoch gegen 11 Uhr einen Anruf, bei dem sich eine Frau als ihre Tochter ausgab. Sie sagte, sie stecke in Schwierigkeiten und brauche Geld. Die Seniorin durchschaute die Masche. Sie schaffte es mit einem Trick, die Polizei zu verständigen: Der Anruferin erzählte sie, sie müsse da Geld von der Bank holen. Dorthin ging sie aber nicht. Stattdessen wandte sie sich an die Polizei. Am Telefon mit der Fremden tat sie so, als würde sie ihr alles glauben. Zum Schein verabredete sie mit der Anruferin dann eine Geldübergabe – diese hatte für die angebliche Notsituation mehrere Zehntausend Euro gefordert.

Angerufene lässt sich zum Schein auf die Geldübergabe ein

Zur Übergabe kam dann aber nicht die 79-Jährige mit einer Tasche voller Geldscheine, sondern mit der Kriminalpolizei im Schlepptau. Gegen 14 Uhr konnte so der Kurier festgenommen werden. Er kam in Untersuchungshaft.

Zu den Hintergründen weiß die Polizei noch wenig. Denn die Anrufe kommen meist aus dem Ausland und sind nur schwierig nachzuverfolgen. Aus welcher Gegend die Schockanrufer kommen, die aktuell vermehrt in Stuttgart anrufen und mit einer Mischung der Maschen falscher Polizist und Enkeltrick agieren, sei schwer zu sagen, sagt eine Sprecherin der Polizei. Bei den falschen Polizisten kommen die Anrufe meist aus der Türkei.

Die Polizei rät, bei betrügerischen Anrufen am besten schnell aufzulegen. Wer Zweifel habe, ob an der Geschichte von einem Verwandten in Not doch etwas dran sein könnte, solle sich mit anderen Familienmitgliedern oder Freunden in Verbindung setzen und versuchen, gemeinsam mehr herauszubekommen.

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