Festnahmen im Raum Stuttgart Internationales Ermittlerteam deckt Drogenring auf

Von red/pol 

Verdeckte Ermittlungen lassen ein Netzwerk von Drogentransporten in Süddeutschland auffliegen. Einige Köpfe der Bande organisierten den Handel von Ludwigsburg und dem Rems-Murr-Kreis aus.

Insgesamt 14 Männer kommen im Laufe der Ermittlungen in Haft. (Symbolbild) Foto: Phillip Weingand / STZN
Insgesamt 14 Männer kommen im Laufe der Ermittlungen in Haft. (Symbolbild) Foto: Phillip Weingand / STZN

Ludwigsburg - Länderübergreifenden Ermittlern ist ein Schlag gegen den organisierten Drogenhandel gelungen. Insgesamt 14 Personen einer größtenteils albanischen Bande sitzen in Untersuchungshaft, über 160.000 Euro Bargeld, 74 Kilogramm Marihuana und 1,8 Kilogramm Kokain wurden beschlagnahmt. Wie die Stuttgarter Staatsanwaltschaft und die Polizei berichten, spielten Stuttgarter, Ludwigsburger und Aalener Kriminalbeamte dabei eine entscheidende Rolle.

Schon 2019 geriet ein 39-Jähriger mit bulgarischer und albanischer Staatsangehörigkeit aus Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) und sein 43 Jahre alter Komplize aus Ludwigsburg in das Visier der Beamten. Der 43-Jährige zog im Sommer 2019 nach Offenbach und organisierte von dort den Handel der Gruppe, die in Süddeutschland sowie der Schweiz und Österreich größere Mengen Kokain und Marihuana verkauft hat.

Drogentransport bis in den Alpenraum

Im Mai diesen Jahres stellten die Ermittler auf einem Firmenparkplatz in Steinheim an der Murr (Kreis Ludwigsburg) über 65 Kilogramm Marihuana sicher, das in einem Lkw aus Spanien nach Deutschland transportiert wurde. Im Zuge dessen wurden bereits fünf Männer festgenommen, darunter zwei 30 und 27 Jahre alte Abnehmer aus Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen.

Familienmitglieder, die ebenfalls an zahlreichen Kurierfahrten beteiligt waren, sollen sich nach den Informationen der Polizei dann ins Ausland abgesetzt haben. Der 39-Jährige aus Waiblingen führt die Geschäfte seit Januar 2020 alleine weiter. Bei einer Fahrt nach Österreich wurde er in Vorarlberg als Folge internationaler Ermittlungen mit einigen Kilogramm Marihuana erwischt. Weitere Ermittlungen ergaben, dass er bei mehreren Drogentransporten von Deutschland nach Österreich und die Schweiz die Fäden gezogen hatte. Schweizerische und österreichische Sicherheitskräfte nahmen einen hiesigen Dealerring fest, den der 39-Jährige teilweise mit Kokain und Marihuana versorgt haben soll.

Falle der Beamten endet mit Schusswechsel

Da einige Drogen zuvor in Karlsruhe gelagert wurden, nahmen deutsche Ermittler dort ebenfalls zwei albanische Brüder und einen weiteren Mittäter fest. Dabei fand die Polizei 2,4 Kilogramm Marihuana, 1,1 Kilogramm Kokain und 52.000 Euro. Nach der Ermittlungserfolgen der Behörden wollte sich der 43-jährige Ludwigsburger Ende Juni mit einem Kurierfahrer absetzen – das Duo wurde allerdings auf der A8 an der Raststelle Sindelfinger Wald festgenommen. Zudem erwischten die Fahnder einen weiteren Kurierfahrer im Raum Offenbach und stellten knapp 70.000 Euro Bargeld sicher.

Anfang Juli nahmen die Beamten in Ludwigsburg und Leinfelden-Echterdingen (Kreis Esslingen) zwei weitere Tatverdächtige fest. Mit einem vereinbarten Scheinkauf in der Tiefgarage des Marstall Centers wollten die Ermittler Anfang August einen 34-Jährigen Kosovaren und einen 33-Jährigen Serben in der Ludwigsburger Innenstadt festnehmen. Bei diesem Einsatz kam es zu einem Schusswechsel und ein 30 Jahre alter Albaner, der auf einen Polizeibeamten zugefahren war, ist seither auf der Flucht. Die Polizei vermutet, dass er sich mittlerweile ins Ausland abgesetzt hat.




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