Es ist alljährlich eine schillernde Party, bestaunt, beklatscht und manchmal auch verdammt von vielen Zaungästen: am Samstag fährt das Tortureship über den Bodensee.

Politik/ Baden-Württemberg: Eberhard Wein (kew)

Männer in lackledernen Hot-Pants, Frauen nur in Klarsichtfolie gehüllt – am Samstag gibt es an den Piers in Konstanz und Friedrichshafen wieder viel nackte Haut zu sehen. Das Torture-Schiff sticht am Samstag in See, diesmal wieder am angestammten Termin Ende Juni. In den beiden vergangenen Jahr war man coronabedingt auf den September ausgewichen.

Der Veranstalter Thomas Siegmund von der Augsburger Agentur Zip-Zone erwartet 400 bis 500 Freunde von Latex und Leder zu der Fetisch-Party auf MS München. Die Sadomaso-Szene reist nicht nur aus dem Bodenseeraum und der Schweiz an. Aus Augsburg und München verkehren eigens Charterbusse.

Das Swingerschiff darf nicht mehr auslaufen

Schon das Boarding um 19 Uhr in Friedrichshafen und um 20.50 Uhr in Konstanz wird zur schillernden Parade, die alljährlich von hunderten Schaulustigen bewundert, beklatscht und bisweilen auch verteufelt wird. Das SM-Schiff sorgte am Bodensee schon für kontroverse Diskussionen. Ein von einer anderen Agentur auf den See geschicktes Swingerschiff wurde 2014 von den Behörden verboten.

Das BDSM-Schiff gilt aber offiziell als Tanzschiff mit zwei Dancefloors an Bord, auch wenn die Abkürzung BDSM für erotische Praktiken wie Fesseln, Dominanz, Unterwerfung, Sadismus und Masochismus steht. Für den Veranstalter Siegmund steht jedenfalls fest: Es handele sich eher um eine Modeschau und jedenfalls nicht um eine wilde Sexorgie. Die ganze Nacht über pendelt das Schiff über dem See, um schließlich um 5.30 Uhr in Konstanz endgültig wieder anzulegen.

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