In einer Flüchtlingsunterkunft am Gottfried-Bauer-Platz in Renningen bricht ein Feuer aus. Die Container sind glücklicherweise unbewohnt.

Niemand ist im Gebäude, als am späten Freitagabend Rauch aufsteigt am Gottfried-Bauer-Platz in Renningen. 60 Feuerwehrleute aus Leonberg und Renningen sind am Einsatzort, löschen und untersuchen das Gebäude, das jedoch leer ist.

 

Denn das weiße, zweistöckige Gebilde aus Containern, das seit zwei Jahren am Rand der Renninger Innenstadt steht, steht auch schon genauso lange leer. Angeschafft wurden die Container ursprünglich, um die gestiegene Zahl an Geflüchteten aus der Ukraine aufzunehmen. „Man wollte damit verhindern, dass wieder Sporthallen mit Flüchtlingen belegt werden“, erklärt Renningens Bürgermeisterin Melanie Hettmer.

Brandschutzmängel bislang nicht behoben

Der Beschluss dazu stammt bereits aus dem März 2023 und damit aus der Zeit ihres Amtsvorgängers Wolfgang Faißt. Die Anlage wurde für rund 1,7 Millionen Euro geplant und auch mit Fördermitteln finanziert. „Die Siedlung hätte schon längst bezogen sein sollen, aber es gibt immer noch keine Freigabe“, erklärt Hettmer. Die fehlt, weil es Mängeln etwa beim Brandschutz gibt.

Wie hoch der Schaden am Gebäude ist, lässt sich noch nicht sagen. Foto: SDMG

Diese sollen behoben werden, eine Firma sei schon dabei. „Aber wir haben das bislang auch nicht forciert, da es angesichts der Zahl der zugewiesenen Flüchtlinge nicht nötig war“, sagt Hettmer. Das wird sich aber in den kommenden Jahren ändern, denn Renningen plant, bestehende städtische Flüchtlingsunterkünfte nach und nach zu sanieren. Die weiße Containerunterkunft auf dem Gottfried-Bauer-Platz sowie eine weitere in Dunkelgrau gegenüber beim Vereinsdorf sollen dann als Interimsquartier dienen.

Polizei ermittelt zur Brandursache

Ob der Brand diese Pläne zunichte gemacht hat, muss noch untersucht werden. Laut Polizei wurde erst am Montag mit Ermittlungen vor Ort begonnen. Untersucht werden muss, ob es sich um einen technischen Defekt handelt oder ob Brandstiftung vorliegen könnte. Geklärt werden muss laut Hettmer auch erst, wie groß der Schaden ist und wie viel eine Reparatur kosten würde.

„Darüber wissen wir im Moment noch gar nichts“, sagt die Bürgermeisterin, die sich noch am Freitagabend selbst vor Ort ein Bild vom Brand gemacht hat. Klein wird der Schaden am Gebäude aber vermutlich nicht sein. „Wir warten jetzt erst einmal ab. Das Wichtigste ist, dass niemand verletzt wurde.“